Montag, 20. Oktober 2025

ABSTIMMUNG: Wüssten Sie im Ernstfall, wie handeln?

Jeden Tag kommt es in Südtirol im Schnitt zu 1,5 Herzinfarkten: „Die meisten passieren im Beisein anderer Personen“, weiß Michael Andergassen, Vizepräsident des Landeskomitees des Roten Kreuzes. „Viele der Patienten könnten also mit wenigen Handgriffen gerettet werden.“ Das Problem ist, nur die wenigsten wissen, wie man sich im Ernstfall richtig verhält. Wüssten Sie, wie man handelt?

Jeden Tag kommt es in Südtirol im Schnitt zu 1,5 Herzinfarkten. - Foto: © Shutterstock


An knapp 70 Standorten in ganz Südtirol haben das Weiße und das Rote Kreuz am Wochenende Interessierte eingeladen, selbst Hand anzulegen und Wiederbelebungsmaßnahmen an einer Übungspuppe zu erlernen. Laut dem Vizepräsidenten des Landeskomitees des Roten Kreuzes, Michael Andergassen, können Aktionen wie diese enorme Wirkung zeigen.

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„70 Prozent aller Herzinfarkte passieren im Beisein anderer Personen. Jedoch leiten nur 15 Prozent davon sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein“, informiert Andergassen. Mit ein wenig Wissen lasse sich also ein Großteil der Todesfälle durch Herzinfarkt verhindern.

Mithilfe der Experten selbst Hand anlegen

Im Ernstfall gilt es laut Andergassen als Erstes zu überprüfen, ob die Person ansprechbar ist und normal atmet. „Ist dies nicht der Fall, wird sofort der Notruf gewählt“, sagt der Experte. Bis jedoch die Rettungskräfte eintreffen, müssen Anwesende selbst Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.

Das Weiße und Rote Kreuz haben am Wochenende gezeigt, wie es richtig geht:



„Auch wenn man über das richtige Vorgehen Bescheid weiß, verfällt man in solchen Situationen meist in Panik. Daher ist es ratsam, das Smartphone neben sich hinzulegen, den Lautsprecher zu aktivieren und sich von den Experten der Notrufzentrale begleiten zu lassen“, empfiehlt Andergassen.

„Stayin' Alive“ von den Bee Gees als Orientierung

Die wichtigste Maßnahme ist die Herzdruckmassage. Der Helfer legt den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustbeins und die andere darauf. „Im konstanten Rhythmus und mit durchgestreckten Armen wird das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter tief gedrückt“, erklärt Andergassen.

rüh übt es sich bekanntlich am besten: Am Informationsstand bei der Bozner Talferbrücke legten selbst die Kleinsten Hand an, um Wiederbelebungsmaßnahmen zu erlernen. - Foto: © Rotes Kreuz



„Ein einfacher Weg, den richtigen Rhythmus einzuhalten, ist, sich das Lied ‚Stayin' Alive‘ von den Bee Gees vorzustellen, da es ungefähr den erforderlichen 100 Schlägen pro Minute entspricht.“ Die Beatmung steht bei Laien an zweiter Stelle – in erster Linie gilt es, dreißigmal zu drücken. „Bei der Beatmung ist die Hemmschwelle nämlich am größten“, weiß Andergassen.

Rege Teilnahme an der Aktion

Experten führen die Maßnahmen fortlaufend im Wechsel – also 30 Herzdruckmassagen, gefolgt von zwei Beatmungen – durch. „Es kann vorkommen, dass durch die Wiederbelebung Verletzungen entstehen – etwa eine gebrochene Rippe“, so Andergassen. „In diesem Moment ist dies jedoch zweitrangig, die Lebensrettung hat oberste Priorität.“

Auch Andergassen selbst war am Samstag beim Informationsstand des Roten Kreuzes bei der Bozner Talferbrücke vor Ort und zeigt sich erfreut über die rege Teilnahme. „Das Interesse war sehr groß, das Publikum vielfältig. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und sogar Touristen nahmen an der Aktion teil“, zieht Andergassen Bilanz.

pra

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