Montag, 10. August 2026

Anschlag auf Sigfrido Ranucci: Ex-Journalist Valter Lavitola festgenommen

Paukenschlag im Zusammenhang mit dem Attentat auf den italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci: Im Zuge der Ermittlungen ist nun der Unternehmer und frühere Journalist sowie Verleger Valter Lavitola festgenommen und in ein Gefängnis gebracht worden. Ihm wird zur Last gelegt, den Anschlag in Auftrag gegeben zu haben.

Sigfrido Ranucci (links) und Valter Lavitola (rechts): Der eine soll den Anschlag auf den anderen in Auftrag gegeben haben. - Foto: © ANSA / ALESSANDRO DI MEO/CIRO FUSCO

Gleichzeitig erließ der Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen den kamerunischen Staatsbürger Gomes Clesio Tavares. Er soll an den Vorbereitungen des Anschlags beteiligt gewesen sein und zwischen Lavitola und den mutmaßlichen unmittelbaren Tätern vermittelt haben. Tavares befindet sich derzeit auf der Flucht und soll sich in Afrika aufhalten.

Ermittler sehen Lavitola als Auftraggeber

Nach Darstellung der Ermittler soll Lavitola den Anschlag geplant und Tavares damit beauftragt haben, Personen zu finden, die den benötigten Sprengstoff beschaffen und den Anschlag vor dem Wohnhaus Ranuccis durchführen.

Bei dem Anschlag am 16. Oktober 2025 in Pomezia nahe Rom war vor dem Haus des Journalisten eine Sprengvorrichtung gezündet worden. Nach den bisherigen Ermittlungen soll eine aus vier Personen bestehende Gruppe aus Kampanien die Tat unmittelbar ausgeführt haben.

Den Ermittlern zufolge war Lavitola gemeinsam mit Tavares bereits am 15. September 2025 für eine erste Erkundung in Pomezia. Tavares soll anschließend die mutmaßlichen Täter rekrutiert und instruiert haben sowie am 10. Oktober abermals an die Küste der Region Latium gefahren sein, um die Schauplätze des geplanten Anschlags zu inspizieren. Dafür soll er das Fahrzeug seines Schwiegervaters zur Verfügung gestellt haben.

Ermittlungen anhand von Telefon- und Fahrzeugdaten

Die Vorwürfe stützen sich nach Angaben der Carabinieri unter anderem auf die Auswertung von Telefon- und Internetverbindungsdaten aus der Gegend, in der der Anschlag schlussendlich verübt worden war. Hinzu kommen die Nachverfolgung der Fahrzeuge, die während der Vorbereitungen genutzt worden sein sollen, sowie die forensische Untersuchung der Mobiltelefone sämtlicher Beschuldigter.

Nach Einschätzung der Ermittler konnten dadurch auch Angaben zu angeblichen Alibis der Verdächtigen widerlegt werden.

Die Ermittlungen sollen nun insbesondere klären, welches Motiv hinter dem Anschlag auf Ranucci stand und in welchem Zusammenhang die Tat in Auftrag gegeben worden sein soll. Ranucci ist als Journalist und Moderator der investigativen Fernsehsendung „Report“ des öffentlich-rechtlichen Senders Rai bekannt.

ansa/stol

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