Mittwoch, 15. Juli 2026

Benediktiner in Jerusalem: „Ich bin oft angespuckt worden“

Jahrelanger Krieg, tiefste Not im Gazastreifen, rohe Gewalt gegen Christen: All das erlebt Abt Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei in Jerusalem fast tagtäglich. Dennoch hat er Hoffnung für das Heilige Land, wie er bei einem Gespräch mit dem Südtiroler Priester Martin Kammerer (ab Herbst Dekan von Klausen-Kastelruth) in Wien betont.

Auf dem Zionsberg liegt die Benediktinerabtei der Entschlafung Mariens (lateinisch: dormitio). Das Grundstück hatte Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1898 gekauft, die markante Rundkirche wurde 1910 geweiht, seit 100 Jahren lebt hier eine Klostergemeinschaft. - Foto: © Shutterstock

Wie ist es momentan in Jerusalem zu leben? Gibt es Hoffnung auf eine Besserung der Lage?

Abt Nikodemus Schnabel: Was mir Hoffnung macht und definitiv der bessere Weg ist als der Waffengang sind die Schritte weg vom Waffengang hin zur Diplomatie. Es geht in eine positive Richtung, doch Frieden ist etwas anderes, mehr als die Abwesenheit von Waffengängen. Frieden hat den Aspekt von Gerechtigkeit, Versöhnung, Anerkennung des Leids des anderen. Da ist noch viel zu tun. Dass der Krieg in manchen Diskussionen so bekömmlich geworden ist, beschäftigt mich. In Europa wird wieder selbstverständlicher über Krieg gesprochen. Wir sehen, was der Krieg anrichtet: zerfetzte Körper, zerstörte Biografien, Umwelt- und Kulturschäden. Aber ich bin ein Mensch der Hoffnung. Ich bete mit meinen Brüdern und bin bereit, am Projekt Versöhnung und Dialog mitzuwirken. Ich habe die vorsichtige Hoffnung auf eine gute Entwicklung.

Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen Ausgabe des „Katholischen Sonntagsblattes“.

stol

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