Mittwoch, 1. Oktober 2025

Bombendrohung gegen die Wiesn: Was wir wissen und was nicht

Ein abgebranntes Haus mit Sprengfallen, ein Toter, zwei Verletzte und eine Sprengstoffdrohung gegen die Wiesn: Rund um die Geschehnisse in München sind noch Fragen offen. Ein Überblick.

Ein ungewöhnliches Bild: Das leere Oktoberfest. - Foto: © ANSA / DIEGO FEDELE

Was wir wissen


* Der Brand:
Am Morgen gibt es in einem Wohnhaus im Münchner
Stadtteil Lerchenau Explosionen und ein Feuer. In dem Haus werden
Sprengvorrichtungen gefunden, vor Ort steht außerdem ein völlig
ausgebrannter Transporter, bei weiteren ausgebrannten Autos in der
Nähe wird ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Worum es sich
dabei handelt, sagt die Polizei zunächst nicht.

* Die Opfer:
Zwei Frauen, eine 21-Jährige und eine 81-Jährige,
werden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben wird
überprüft, ob sich weitere Personen im betroffenen Wohngebäude
befinden. Am Morgen hatte die Polizei von einem vermissten
Menschen berichtet. Einen Medienbericht, wonach der Vater des
57-Jährigen getötet worden sein soll, bestätigte die Polizei
zunächst nicht. In der Nähe, am Lerchenauer See, wird ein
Schwerverletzter gefunden, der später stirbt. Die Polizei geht
davon aus, dass es sich um den Täter handelt, der sich am See das
Leben nahm. Ebenso wie im Haus sind auch am See
Entschärfungs-Experten im Einsatz, weil der Mann einen Rucksack
mit einer Sprengvorrichtung bei sich hatte.

* Der mutmaßliche Täter: Der am Lerchenauer See gefundene Toten ist nach erster Polizeieinschätzung der Tatverdächtige. Es handelt
sich um einen 57 Jahre alten Deutschen mit Wohnsitz in Starnberg.
An seiner Meldeadresse werden im Laufe des Vormittags
Durchsuchungsmaßnahmen durch. Die 21-jährige Verletzte ist die
Tochter des Tatverdächtigen, die 81-Jährige seine Mutter.

* Die Wiesn: Die Stadt München teilt mit, wegen einer
„unspezifischen Sprengstoffdrohung im Zusammenhang mit der
Explosion im Münchner Norden“ bleibe das größte Volksfest vorerst
bis 17.00 Uhr geschlossen. Es gebe ein entsprechendes Schreiben
des Täters. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagt:
„Es geht darum, dass ein Täter die Wiesn bedroht hat und die
Polizei und der Koordinierungskreis einhellig zu der Auffassung
kamen, dass wir dieses Risiko, Menschen auf das Oktoberfest zu
lassen, nicht eingehen können.“ Das Oktoberfestgelände wird
abgesucht, dafür wurden besonders viele Spürhunde benötigt. Auch
Mitarbeiter mussten die Wiesn verlassen. Am frühen Nachmittag wird
laut Stadt entschieden, wie es weitergeht.

Was wir nicht wissen

* Die Hintergründe: Die genauen Hintergründe der Tat sowie das Motiv
sind zunächst unklar. Die Polizei geht davon aus, dass das Haus
„im Rahmen eines Familienstreits“ angezündet wurde. Zwar wurde
nach der Veröffentlichung eines Schreibens im Netz auch ein
Zusammenhang mit der Antifa aus der linksextremen Szene geprüft,
man ermittle aber „nicht in Richtung Antifa“, sagte ein
Polizeisprecher. Auf der Plattform Indymedia, wo das Schreiben
veröffentlicht wurde, kann jeder ohne Registrierung einen Beitrag
veröffentlichen – auch anonym. Der Beitrag erschien dort, als
erste Berichte über den Vorfall im Münchner Norden bereits
veröffentlicht waren.

* Das Oktoberfest:
Ob die Wiesn am Mittwoch überhaupt noch öffnet,
ist unklar. „Die Polizei wird alles tun, möglichst bis am
Nachmittag um 17.00 Uhr die Wiesn komplett durchsucht zu haben, um damit Sicherheit zu gewähren. Wenn das nicht der Fall ist, werde
ich mich wieder melden, dann wird die Wiesn heute gar nicht
eröffnet“, sagte Oberbürgermeister Reiter auf Instagram. „Tut mir
leid, anders geht“s nicht, Sicherheit geht vor.“

dpa

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