Sechs deutschsprachige Beamte des Bozner Landeskommandos bestreifen seit Ende September gemeinsam mit ihren bayerischen Kollegen das Festgelände. „Wiesn-Polizei“ nennen die Münchner ihre temporäre Einsatzzentrale. Dort bearbeiten die Einsatzkräfte in wenigen Tagen Delikte, die von Taschendiebstählen über Schlägereien und Drogenbesitz bis hin zu Sexualdelikten reichen. Immer wieder sind auch italienische Gäste beteiligt – als Opfer oder als Beschuldigte.
Gerade hier zeigt sich der Wert der gemeinschaftlichen Präsenz: Die Carabinieri fungieren nicht nur als Dolmetscher, sondern bringen auch Kenntnisse beider Rechtssysteme und einen direkten Informationsaustausch mit. „Die Präsenz unserer Beamten ist besonders wichtig, wenn es um Interventionen mit Landsleuten geht“, sagte der Regionalkommandant, Brigadegeneral Stefano Paolucci, bei einem Besuch in München.
Paolucci nahm am „International Networking Event for Police Leadership“ teil, einem Treffen europäischer Polizeispitzen mit Vertretern aus Deutschland, Polen, Tschechien, Rumänien, Albanien und Europol. Dabei kam es auch zu Gesprächen mit dem bayerischen Landespolizeipräsidenten Michael Schwald sowie dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, Holger Münch.
Die Münchner Behörden würdigten ausdrücklich die „vorbildliche Zusammenarbeit“ mit den Carabinieri aus Südtirol. Das gemeinsame Vorgehen habe sich bewährt und trage maßgeblich zur Sicherheit bei, so Polizeipräsident Thomas Hampel.


