Der Alarm ging gestern um 19.30 Uhr bei den Rettungskräften ein. Da am Unfallort kein Mobilfunknetz vorhanden war, setzten die beiden Alpinistinnen den Notruf mittels der Satelliten-Funktion eines neueren iPhones ab. Die Rettungskräfte erhielten dadurch jedoch keine detaillierten Informationen zum Notfall, sondern lediglich ungefähre Koordinaten.
Der Notarzthubschrauber Pelikan 3 flog daraufhin das Zielgebiet im Bereich des Val di Bosli an – jenem Gelände, das von der Pisciadù-Hütte hinab in Richtung Mittagstal führt. Während des Suchfluges bemerkte die Besatzung des Hubschraubers Lichtsignale inmitten einer steilen Felswand.
Wie sich später herausstellte, war das Duo beim Abstieg vom Klettersteig vom regulären Weg abgekommen. Die 23-Jährige ging voraus, um nach dem korrekten Pfad zu suchen, und stürzte dabei im unwegsamen Gelände rund 150 Meter ab. Ihre 26-jährige Begleiterin stürzte ebenfalls, rutschte jedoch weniger weit ab als ihre Partnerin.
Schwierige Bergung aus engem Felskanal
Die Einsatzkräfte des Aiüt Alpinisc Alta Badia mussten eine schwierige Bergung aus einem engen Felskanal durchführen. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät; sie war bereits an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen erlegen. Ihr Leichnam wurde nach Corvara geflogen. Ihre Begleiterin konnte von den Rettungskräften ins Tal gebracht werden.Neben dem Notarzthubschrauber Pelikan 3 und dem Aiüt Alpinisc Alta Badia standen auch die Notfallseelsorge sowie die Carabinieri im Einsatz.

