Im Mittelpunkt steht die 1907 eröffnete Zahnrad- und Adhäsionsbahn, die die Entwicklung des Rittens über mehr als ein Jahrhundert geprägt hat. Der rund 20-minütige Rundgang verbindet historische Fotografien, Originalexponate und multimediale Elemente. Kernstück ist ein etwa zehnminütiger Dokumentarfilm von Markus Schlaffke, der die Geschichte der Bahn mit der Entwicklung des Rittens und des Alpenraums verknüpft. Der Film wird auf Deutsch und Italienisch gezeigt und ist Englisch untertitelt.
Die Besucher nehmen dabei in einer abstrahierten Waggon-Innenausstattung Platz. Historische Pläne und Fotografien sowie technische Objekte vermitteln die Entwicklung der Bahn. Zu sehen sind unter anderem Schienen- und Zahnstangenelemente, ein Kontroller-Führerstand, ein Tachometer einer Zahnradlokomotive, eine historische Werkzeugkiste und eine bis 1966 verwendete Gleisrodel der Bahnarbeiter. Eine Modelleisenbahn und ein mittels Künstlicher Intelligenz animiertes historisches Lichtbild ergänzen die Ausstellung.
Die ehemalige Zahnradstrecke überwand zwischen Bozen und Maria Himmelfahrt einen Höhenunterschied von rund 960 Metern. 1966 wurde dieser Abschnitt durch die Pendel-Seilbahn zwischen Bozen und Oberbozen ersetzt. Die Rittner Bahn blieb erhalten und ist heute sowohl Teil des öffentlichen Verkehrs als auch touristische Attraktion.
„Weit mehr als ein historisches Verkehrsmittel“
Für Wolfgang Holzner, Präsident der Tourismusgenossenschaft Ritten, ist die Bahn „weit mehr als ein historisches Verkehrsmittel“. Sie sei Teil der Identität des Rittens und zugleich ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. Der Erlebnisraum solle Einheimischen und Gästen die Bedeutung der Bahn vermitteln. Dies „nicht nur aus nostalgischer Sicht, sondern auch mit Blick auf die Mobilität künftiger Generationen“, unterstreicht Holzner.Kuratorin Ursula Schnitzer verweist auf die Rolle der Unternehmer und Hoteliers, die um 1900 die Voraussetzungen für den Bahnbau geschaffen hätten. Ziel sei es gewesen, die komplexe Geschichte in ein zeitgemäßes, rund 20-minütiges Erlebnis zu verdichten.
Auftraggeber des Projekts ist die Tourismusgenossenschaft Ritten. Konzept, Leitung und Koordination liegen bei Ursula Schnitzer, das Konzept und Design bei Kuno Prey. Die Sanierung begleitet Architekt Maximilian Kohl, Grafik und Fotografie stammen von Elisabeth Hölzl, den Film realisierte Markus Schlaffke. Die Investition beläuft sich auf 180.000 Euro und wird aus Eigenmitteln sowie mit Unterstützung der Raika Ritten und der Stiftung Südtiroler Sparkasse finanziert.
Der Erlebnisraum ist zugleich erster Baustein eines größeren Kulturprojekts rund um die historischen Bahnhöfe in Klobenstein und Oberbozen. Gemeinsam mit dem Kulturverein Ritten will die Tourismusgenossenschaft dort Geschichte, Kultur, Mobilität und Alltagsleben am Ritten vermitteln. In Oberbozen sind eine Dauer- und Wechselausstellung sowie ein offener Kulturraum für Vereine, Institutionen und die Dorfgemeinschaft vorgesehen.


