Dienstag, 21. Juli 2026

Flaschenangriff in Trient: 44-Jähriger wegen versuchtem Mordes angeklagt

Ein 44-jähriger italienischer Staatsbürger sitzt nach einer brutalen Auseinandersetzung in Trient im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor. Der Mann soll am Sonntagabend vor dem Eurospar in Trient einen 30-jährigen Mann bolivianischer Herkunft mit einer Glasflasche am Hals verletzt haben.

Ein 44-jähriger italienischer Staatsbürger sitzt nach einer brutalen Auseinandersetzung in Trient im Gefängnis. - Foto: © AGENZIA PAOLO PEDROTTI

Der Angriff sorgte bei den anwesenden Zeugen für Entsetzen ( mehr zum Vorfall lesen Sie hier). Der junge Mann blieb nach dem Schlag verletzt auf dem Boden liegen und hatte eine tiefe Schnittverletzung am Hals, berichtet die italienische Tageszeitung „l'Adige“. Dabei soll er auf der Straße viel Blut verloren haben. Die Menschen in der Umgebung alarmierten die Einsatzkräfte.

Das Opfer wurde umgehend in das nahegelegene Krankenhaus gebracht. Nach den notwendigen Untersuchungen in der Notaufnahme wurde der Mann auf die Intensivstation verlegt. Dort befindet er sich derzeit mit ungewisser Prognose. Sein Zustand wird als ernst beschrieben.

Verhaftung nach Notruf

Die Polizei wurde gegen 18.30 Uhr verständigt. Die Streifenbeamten trafen daraufhin in der Viale Verona ein und verhafteten den 44-Jährigen. Der Mann befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Nähe des jungen Opfers, das er kurz zuvor gewaltsam verletzt haben soll.

Gegen den Verhafteten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen versuchtem Mord eingeleitet. Er soll am heutigen Dienstag dem Untersuchungsrichter zur Haftprüfung vorgeführt werden.

Streit eskalierte innerhalb weniger Augenblicke

Nach bisherigen Rekonstruktionen kannten sich die beiden Männer bereits. Beide waren den Behörden bekannt. Sie hielten sich im Süden von Trient auf, als am Sonntagabend ein Streit zwischen ihnen ausbrach.

Aus einem zunächst verbalen Konflikt habe sich eine immer aggressivere Auseinandersetzung entwickelt. Die Situation sei innerhalb weniger Augenblicke eskaliert: Der 44-Jährige soll in einem Wutanfall eine Glasflasche genommen und damit den anderen Mann bedroht haben. Anschließend habe er die Flasche gegen ihn geschlagen und ihn dabei am Hals getroffen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat schwerwiegendere Folgen hätte haben können.

Beschuldigter spricht von Notwehr

Der Verdächtige schildert den Vorfall jedoch anders. Er behauptet, aus Notwehr gehandelt zu haben, weil er von dem 30-Jährigen provoziert und beleidigt worden sei. „Ich wollte ihn nicht töten“, soll der Mann unmittelbar nach dem Vorfall gesagt haben.

Die Ermittler prüfen nun die verschiedenen Versionen des Geschehens. Mehrere Personen sollen den Streit und die anschließende Attacke beobachtet haben.

Eine Angehörige des Opfers – möglicherweise seine Mutter – soll ebenfalls in der Anfangsphase des Streits eingegriffen haben, um die beiden Männer zu beruhigen.

fal

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