„Ob es sich um ein Gewaltverbrechen aufgrund der vermuteten sexuellen Orientierung des Getöteten handelt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, sagte Bischof Freitagmittag auf APA-Anfrage. Der 18-Jährige wurde in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert, sagte Polizeisprecher Stefan Loidl. Die Staatsanwaltschaft hat die U-Haft beantragt. Eine Entscheidung darüber soll laut Landesgericht am Samstag fallen.
Laut Medienberichten soll der 18-jährige Kampfsportler zur sogenannten Pedo-Hunter-Szene zählen, die überwiegend Homosexuellen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt und Gewalt gegen sie ausübt. Zu den näheren Hintergründen wurden vorerst keine Details bekanntgegeben. Bischof verwies auf „umfangreiche Erhebungen zur Motivlage und zu den näheren Umständen“.
Der Beschuldigte aus dem Bezirk Korneuburg hatte über eine Social-Media-Plattform Kontakt zu dem 29-Jährigen aufgenommen, um sich mit dem Wiener in der Nacht auf Donnerstag in einem Einfamilienhaus zu treffen, teilte die Polizei in einer Aussendung mit. Der Eigentümer befand sich auf Urlaub und hatte die Familie des 18-Jährigen gebeten, während seiner Abwesenheit auf das Gebäude achtzugeben.
Bei dem Treffen dürfte der junge Mann „massive Gewalt gegen den Kopf- und Halsbereich“ des österreichischen Staatsbürgers ausgeübt und ihn tödlich verletzt haben. Dann verständigte der 18-Jährige einen Angehörigen, der gegen 6.30 Uhr die Polizei alarmierte. Daraufhin entdeckten die Beamten die Leiche, für den Verdächtigen - laut Medien soll er ungarischer Staatsbürger sein - klickten die Handschellen.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich übernahm die Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, ein vorläufiges Ergebnis lag noch nicht vor.
Im März 2025 hatte es auf Antrag der Staatsanwaltschaft Graz eine Razzia in sieben Bundesländern gegeben, bei der mehr als ein Dutzend Männer und Frauen wegen des Verdachts von „Hate Crime“ festgenommen worden sind. Darunter fielen sogenannte Pedo-Hunter und auch Verdächtige, die Übergriffe auf Angehörige der LGBTIQ-Community verübt haben sollen. Bei den Opfern handelt es sich nur teilweise um Homosexuelle, denen von den mutmaßlichen Tätern fälschlicherweise Pädophilie unterstellt wurde. Die Verdächtigen raubten die Opfer aus, erniedrigten und verletzten sie - manche davon sehr schwer. In einem Fall stand sogar Mordversuch im Raum.


