Es handelt sich um die vierte Hitzewelle des Sommers. Nach Einschätzung des Meteorologen Andrea Vuolo könnte sie noch intensiver ausfallen als die vorherigen. Verantwortlich ist ein Nordafrika-Hoch, das zunächst Sardinien erreicht und sich anschließend über den Nordwesten bis auf das gesamte Staatsgebiet ausbreiten soll.
In den Westalpen könnte die Null-Grad-Grenze auf über 5.000 Meter steigen, warnen Meteorologen. Zudem werden vielerorts wieder sogenannte Tropennächte erwartet, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad und teils nicht einmal unter 25 Grad fallen. Vor allem für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen erhöht dies wegen der Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit die gesundheitliche Belastung.
Die anhaltende Trockenheit verschärft zugleich die Lage in der Landwirtschaft. Flüsse und natürliche Wasserspeicher führen nach Angaben von Experten immer weniger Wasser, auf den Almen wird bereits über eine vorzeitige Rückkehr des Viehs ins Tal nachgedacht.
Besonders in den Städten der norditalienischen Ebene des Flusses Po wächst die Sorge vor gesundheitlichen Folgen. In Turin wurden zwischen dem 25. Mai und dem 30. Juni bei den über 65-Jährigen 136 Todesfälle mehr als im langjährigen Durchschnitt registriert, ein Anstieg um 19 Prozent. Davon entfielen 98 auf den Zeitraum vom 17. bis 30. Juni, als an mehreren Tagen Hitzewarnstufe Rot galt und die Höchsttemperaturen dauerhaft über 35 Grad lagen. Italienweit lag die Übersterblichkeit im selben Zeitraum nach den verfügbaren Daten bei drei Prozent.
Wegen der starken Trockenheit sinkt der Pegel der großen norditalienischen Seen. Der Wasserstand des Lago Maggiore sinkt weiter und legt immer größere Teile der Ufer frei. Die anhaltende Trockenheit belastet zunehmend das empfindliche Ökosystem des 212 Quadratkilometer großen Voralpensees. Mit dem Rückgang des Wassers verlieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum in den flachen Uferzonen. Schilfgürtel bleiben auf Sandflächen zurück und vertrocknen, wodurch wichtige natürliche Gleichgewichte gestört werden, warnen Experten.
Auch in Südtirol steht die nächste Hitze bevor
„Ab heute beginnen die Tage mit 35 Grad und ab morgen folgen die Tropennächte“, betont der Meteorologe des Landes, Dieter Peterlin.In den kommenden Tagen klettern die Temperaturen in Südtirol auf bis zu 38 Grad. Auch im Norden des Landes klettern die Temperaturen auf 30 Grad und mehr. Aufgrund der extremen Hitze ist ab Freitag auch mit Hitzegewittern zu rechnen.
Mehr zum Wetter in Südtirol finden Sie wie immer hier auf der STOL-Wetterseite.
Umfrage der Uni Bozen
„Was ist für dich der heißeste Ort in Bozen, an dem du dich aufhalten musst?“ und „Hast du Wünsche für ein lebenswerteres Bozen?“: Diese beiden Fragen stehen im Mittelpunkt einer aktuellen Umfrage von „Climate Action Südtirol“ und Studierenden des Masterstudiums „Eco-Social Design“ der Fakultät für Design der Uni Bozen ( ganzer Artikel hier.)Hier kann direkt an der Umfrage teilgenommen werden.


