Freitag, 10. Juli 2026

Hotel-Einbrüche in Südtirol: Carabinieri zerschlagen mutmaßliche Bande

Über 60 Einbrüche und Diebstähle in Hotels sollen offenbar drei kriminelle Banden innerhalb eines halben Jahres in ganz Südtirol begangen haben. Dafür klickten gleich mehrfach die Handschellen: Insgesamt wurden 17 Tatverdächtige zwischen Meran und Brixen verhaftet.

Unfassbar: Mit roher Gewalt brachen die Einbrecher Tresore und Türen in Hotels auf.

Die Ermittlungen wurden von den Carabinieri von Brixen im Frühjahr 2025 aufgenommen und von der Staatsanwaltschaft Bozen koordiniert. Sie erstreckten sich über das ganze Land. Dabei gelang es den Beamten, drei mutmaßlich kriminelle Gruppierungen aufzudecken. Sie seien sowohl auf Einbrüche und Diebstähle als auch auf Drogenhandel spezialisiert gewesen.

Insgesamt wurden 17 Personen verhaftet – zwölf sind in verschiedenen Gefängnissen in Untersuchungshaft und fünf davon befinden sich im Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel. Weitere zwei Personen haben eine Meldeauflage erhalten. Im Laufe der Ermittlungen wurden zudem sieben Personen angezeigt. Drei wegen schwerem Diebstahl in Hotels und vier wegen Drogenhandel. Bei allen Verdächtigen handelt es sich um albanische Staatsangehörige im Alter von etwa 30 Jahren.

Die Mitglieder der Gruppen sollen in mehrere Hotels in verschiedenen Landesteilen eingebrochen haben. Besonders betroffen seien einige Luxushotels im Pustertal gewesen. Bei ihrem erfolgreichsten Beutezug sollen sie einen Tresor mit 10.000 Euro entwendet haben. Sogar im Trentino und in Belluno seien Einbrüche auf die Gruppen zurückzuführen.

Gesamtschaden von über 300.000 Euro

Der durch die Einbrüche in Südtirol verursachte Gesamtschaden wird derzeit auf rund 300.000 Euro geschätzt. Darin enthalten sind sowohl der Wert der gestohlenen Gegenstände als auch erhebliche Sachschäden an den betroffenen Hotelanlagen. Ein Teil der Schäden muss jedoch noch genau beziffert werden. Der Drogenhandel hätte sich auf das gesamte Landesgebiet erstreckt, insbesondere auf den Meraner Raum.

Die Mitglieder der drei Gruppen seien untereinander vernetzt gewesen und arbeiteten offenbar stellenweise zusammen. So sei ein eng gefasstes kriminelles Netz entstanden. Ihr Vorgehen war dabei laut den Ermittlern sehr strukturiert: Jedes Mitglied hätte seine eigene Aufgabe innegehabt. Einige seien für die Durchführung der Einbrüche zuständig gewesen, andere für die Planung der Taten oder die Bereitstellung von Fahrzeugen oder Unterkünften.

Ähnlich sei es beim Drogenhandel abgelaufen: Einzelne hätten sich um die Beschaffung größerer Kokainmengen gekümmert, andere um deren Portionierung und wiederum andere um den Straßenverkauf. Die Ermittlungen ergaben außerdem, dass die Täter über das gesamte italienische Staatsgebiet hinweg organisiert waren und feste Verbindungen nach Süditalien, insbesondere nach Kampanien, unterhielten. Von dort stammten offenbar die Mietfahrzeuge, die für die Einbruchstouren verwendet wurden.

Ermittlungen laufen weiter

Nach Einschätzung der Ermittler waren die albanischen Tatverdächtigen hoch spezialisiert. Dies begründe den Verdacht, dass sie ihre kriminellen Aktivitäten bereits seit Jahren in Italien ausübten. Durch fingierte Arbeitsverträge sollen sie versucht haben, die italienische Staatsbürgerschaft und/oder steuerliche Vorteile zu erlangen.

Die Ermittlungen laufen weiter, um zu klären, ob den gleichen Gruppierungen weitere in der Vergangenheit begangene Einbruchsdiebstähle in Südtirol zugeordnet werden können.

fal

Stellenanzeigen


Teilzeit






Teilzeit





powered by
Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden