Montag, 2. März 2026

Kunstpreis für mehr Sichtbarkeit: Prad ehrt Kunstschaffende mit Behinderungen

Ein neuer Preis aus Prad rückt jene ins Rampenlicht, die in der Kulturlandschaft oft übersehen werden: Kunstschaffende mit Behinderungen. Erster Preisträger ist der Autor Elmar Rufinatscha – ausgezeichnet für Texte, die genau hinschauen, irritieren und nachwirken.

Elmar Rufinatscha ist der erste Preisträger des neu geschaffenen Georg Paulmichl Preises, der Kunstschaffenden mit Behinderungen mehr Sichtbarkeit verleihen soll. - Foto: © Sepp Laner

In Prad am Stilfserjoch wurde erstmals ein Preis vergeben, der nicht nur an einen bedeutenden Prader erinnert, sondern den Fokus auf einen Bereich lenkt, der selten Beachtung findet: Kunstschaffende mit Behinderungen.

Elmar Rufinatscha ist der erste Träger des Preises, der von der Sozialbetreuerin Sophie Wastian initiiert und künftig alle zwei Jahre von Land und Gemeinde Prad am Stilfserjoch vergeben werden soll. „Es geht bei diesem Preis um die Anerkennung für die Kreativität und das Schaffen von Menschen mit Behinderung, bewusst auf der Bühne, im öffentlichen Raum. Darum ist das Land ein überzeugter Partner dieses Preises, mit dem Talente erkannt, Vielfalt gefeiert und Sichtbarkeit geschaffen wird“, ist Kulturlandesrat Philipp Achammer überzeugt.

Worte, die Barrieren überwinden

Landesrat Achammer war bei der Preisverleihung in Prad dabei. Preisträger Elmar Rufinatscha wurde dabei für seine Texte, die auch in der Bezirkszeitung „Der Vinschger“ als Glossen erschienen, ausgezeichnet.

Über Rufinatschas Schaffen sagt Landesrat Achammer: „Die Texte halten unserer Gesellschaft ungezwungen den Spiegel vor und entfalten ihre Wirkung oft erst im Nachhinein, indem sie zum Reflektieren und Auseinandersetzen anregen – fernab von Schubladen oder Erwartungen. Und genau darin liegt ihre Stärke. Das besondere an den Texten dieser Sammlung – und so auch dem Autor – ist, dass sie nicht gefallen oder beeindrucken, sondern zeigen wollen, was sie zu sagen haben. Sie lassen uns verstehen, wie Worte Barrieren überwinden können: Nicht durch Vereinfachung, sondern durch detailreiche Beobachtungen und lebhafte Beschreibungen von Situationen, die wir alle kennen.“

Der Preis ist nach dem Maler und Schriftsteller Georg Paulmichl benannt, der in der Prader Werkstatt für Menschen mit Behinderung künstlerisch tätig war. 2007 verlieh ihm seine Heimatgemeinde Prad am Stilfserjoch die Ehrenbürgerschaft, bereits 1993 hatte er den Förderpreis der Basler Goethestiftung und 1997 die Hand-Prinzhorn-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie erhalten. Im April 2007 erhielt Georg Paulmichl zudem das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. 2020 verstarb Paulmichl im Alter von 59 Jahren an den Folgen seiner Parkinsonkrankheit.

lpa

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