Freitag, 17. Juli 2026

Lkw-Nachtfahrverbots: Umweltschützer warnen vor mehr Transitverkehr

Die möglichen Folgen eines Verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) sorgen für Diskussionen. Der Generalstaatsanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen die Auffassung vertreten, dass das derzeit geltende Lkw-Nachtfahrverbot, das sektorale Fahrverbot sowie das Winterfahrverbot auf der Inntal- und Brennerautobahn gegen EU-Recht verstoßen könnten.

Umweltschützer warnen davor, dass eine Aufhebung oder Lockerung der bestehenden Einschränkungen zu einer weiteren Zunahme des Schwerverkehrs entlang der Brennerachse führen könnte. - Foto: © shutterstock

Beim Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol sorgt diese Einschätzung für große Besorgnis. Die Umweltschützer warnen davor, dass eine Aufhebung oder Lockerung der bestehenden Einschränkungen zu einer weiteren Zunahme des Schwerverkehrs entlang der Brennerachse führen könnte.

Nach Ansicht des Dachverbandes wären die Folgen zusätzliche Lkw-Kolonnen auf der Nord-Süd-Verbindung – nicht nur tagsüber, sondern auch in den Nachtstunden und an Wochenenden. Dies hätte laut Organisation negative Auswirkungen auf Klima, Natur, Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Besonders kritisch sieht der Dachverband mögliche weitere Belastungen durch neue Verkehrsprojekte.

„Zusätzlicher Transitverkehr durch den Vinschgau nicht tragbar“

Durch den geplanten Ausbau der Fernpassroute könnte der Transitverkehr auch im Vinschgau zunehmen. Vizepräsident Peter Gasser warnt: „Zusätzlicher Transitverkehr durch den Vinschgau ist absolut nicht tragbar.“ Auch der Ausbau von Umfahrungen und Kreuzungen im Pustertal könne zusätzlichen Schwerverkehr aus dem Osten anziehen. Dadurch drohe Südtirol, „von Norden nach Süden und von Osten nach Westen zu einem Transitland“ zu werden.

Der Dachverband fordert die Südtiroler Politik auf, sich klar gegen eine weitere Zunahme des Schwerverkehrs zu positionieren und alle verfügbaren Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerung und Umwelt auszuschöpfen. Vorsitzende Elisabeth Ladinser betont: „Es passt nicht zusammen, wenn wir einerseits mit nachhaltigen, qualitativ hochwertigen und landschaftlich reizvollen Tourismusdestinationen werben und andererseits Transitland für Schwerverkehr sind.“

Im weiteren Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof setzt der Dachverband auf eine Entscheidung, die dem Schutz von Gesundheit und Klima ein stärkeres Gewicht einräumt als dem freien Warenverkehr.

stol

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