Samstag, 20. Juni 2026

Raserei auf Südtirols Pässen: Wie lange schauen wir noch zu?

„Sobald der Sommer in Südtirol Einzug hält, verändert sich das Bild auf den Passstraßen spürbar – und nicht zum Guten.“ Ein Kommentar von STOL-Ressortleiter Arnold Sorg.

Arnold Sorg: „Wer die Südtiroler Passstraßen als Bühne für Raserei missbraucht, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen.“ - Foto: © ÖA / jaidermartina

Mir ist klar, dass mich nach der Lektüre dieses Kommentars viele verfluchen werden – insbesondere jene, die selbst gerne schnell unterwegs sind.

Aber ganz ehrlich: Wer die Bilanz der vergangenen Wochen in Südtirol betrachtet, kann sich der Dringlichkeit der Situation kaum entziehen. Kaum ein Tag vergeht ohne einen schweren, leider oft auch tödlichen Motorrad- oder Autounfall. Das ist ein Muster. Und dieses Muster verlangt nach Konsequenzen.

Natürlich gibt es Kontrollen, und ja, auch gezielte Maßnahmen. Aber sie reichen offensichtlich nicht aus, um abschreckend zu wirken.
Arnold Sorg


Sobald der Sommer in Südtirol Einzug hält, verändert sich das Bild auf den Passstraßen spürbar – und nicht zum Guten. Für Radfahrer wird das Befahren mancher Strecken zunehmend zur Belastungsprobe, teilweise sogar zur Gefahr. Zu groß ist das Risiko, von Motorrädern oder rasenden Autofahrern überrascht zu werden, die mit überhöhter Geschwindigkeit und wenig Rücksicht auf die gemeinsamen Verkehrsflächen unterwegs sind.

Wichtig ist mir an dieser Stelle: Ich will keineswegs alle Motorrad- und Autofahrer über einen Kamm scheren. Viele sind umsichtig, angepasst und verantwortungsvoll unterwegs. Aber es gibt eben auch jene, die die Straßen zu einer Art Rennstrecke machen – und genau sie prägen das subjektive Sicherheitsgefühl vieler anderer Verkehrsteilnehmer zunehmend negativ.

Wer die Südtiroler Passstraßen als Bühne für Raserei missbraucht, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen – finanziell und im Ernstfall auch mit dem Verlust der Fahrerlaubnis.
Arnold Sorg


Und hier liegt das eigentliche Problem: Während Geschwindigkeitsüberschreitungen im Tal meist konsequent geahndet werden, entsteht auf manchen Passstraßen der Eindruck, dass deutlich seltener kontrolliert wird – trotz oft extrem hoher Geschwindigkeiten und erheblicher Lärmbelastung.

Natürlich gibt es Kontrollen, und ja, auch gezielte Maßnahmen. Aber sie reichen offensichtlich nicht aus, um abschreckend zu wirken. Es braucht mehr Konsequenz, mehr Präsenz und eine klare Botschaft: Wer die Südtiroler Passstraßen als Bühne für Raserei missbraucht, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen – finanziell und im Ernstfall auch mit dem Verlust der Fahrerlaubnis.

Denn nur wenn sich dieses Bewusstsein tatsächlich durchsetzt, besteht die Hoffnung, dass sich das Verhalten nachhaltig ändert – und damit vielleicht auch jene Unfälle verhindert werden, die derzeit viel zu oft tragisch enden. Und genau das sollte uns diese Konsequenz wert sein.

[email protected]

stol

Stellenanzeigen


Teilzeit






Teilzeit





powered by
Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden