Die Ermittler der Bozner Sondereinsatzgruppe wurden bei dem Zugriff von Kollegen aus Trient, Venedig und Pavia unterstützt. Im Visier der Justiz stehen zwei Hauptverdächtige albanischer Staatsangehörigkeit, gegen die der Ermittlungsrichter am Landesgericht Bozen Untersuchungshaftbefehle erlassen hat. Beide Männer leben in Südtirol. Zudem wurden insgesamt elf Durchsuchungsbefehle vollstreckt, die sich neben Südtirol auch auf andere italienische Provinzen erstreckten.
Professionelle Logistik und Schmuggel-Fahrzeuge
Die Ermittlungen der Bozner Staatsanwaltschaft zeichnen das Bild einer professionell organisierten Bande. Die Verdächtigen verfügten über eine klare Rollenverteilung sowie über beträchtliche logistische und finanzielle Ressourcen, um den Nachschub an Rauschgift lückenlos zu sichern.Um den Behörden zu entgehen, nutzten die Männer unter anderem Gefälschte Telefonnummern, soziale Medien und verschlüsselte VoIP-Kommunikationskanäle. Zudem kamen speziell für den Drogentransport umgebaute Fahrzeuge mit Geheimverstecken zum Einsatz. In schwer nachzuverfolgenden Depots wurden die Drogen gelagert, gestreckt, verpackt und für den Weiterverkauf vorbereitet.
Von Bozen aus betrieb das Netzwerk ein weitverzweigtes Liefernetz, das bis nach Venetien, in die Lombardei und die Toskana reichte. Besonders dreist: Die Hauptverantwortlichen, die bereits früher im Visier der Ermittler standen, setzten ihre illegalen Geschäfte offenbar selbst während einer früheren Untersuchungshaft nahtlos fort.
Bereits über 8 Kilogramm Drogen beschlagnahmt
Die Ermittlungen laufen bereits seit längerer Zeit und basieren auf intensiven Observationen, Überwachungsmaßnahmen und technischer Unterstützung.Einen ersten großen Erfolg verzeichneten die Fahnder bereits im Februar 2026: Damals klickten für den Hauptverdächtigen erstmals die Handschellen. Bei diesem Zugriff wurden über sieben Kilogramm Haschisch, 700 Gramm Kokain, ein Kilogramm Marihuana sowie rund 3.800 Euro Bargeld beschlagnahmt.
Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurden zwei weitere albanische Staatsbürger angezeigt und weitere 250 Gramm Haschisch sichergestellt.

