Das Paar hatte tagsüber den Pössnecker-Klettersteig begangen und diesen auch erfolgreich abgeschlossen. Anschließend erreichten die beiden den Piz Miara.
Von dort wollten sie in Richtung Val Lasties weitergehen, schlugen jedoch den falschen Weg ein und gelangten zunächst zum Lech dl Dragon und von dort immer weiter in unwegsames Gelände. Schließlich kamen die beiden in die sogenannte Val de Gralba, die auch als Val di Ciamorces bezeichnet wird.
Dort wussten sie nicht mehr weiter. Obwohl das Paar gut ausgerüstet war und sich in einem guten körperlichen Zustand befand, trauten sich die beiden weder, den eingeschlagenen Weg zurückzugehen, noch weiter abzusteigen. Die mittlerweile eingetretene Dunkelheit erschwerte die Situation zusätzlich.
Daraufhin machten sich vier Bergretter des Bergrettungsdienstes zu Fuß auf den Weg zur Einsatzstelle. Die Retter mussten selbst bis zu den beiden Bergsteigern aufsteigen und diese im teilweise schwierigen Gelände erreichen.
Vor Ort trafen die Bergretter auf das unverletzte Paar. Nach der Sicherung wurden die beiden über mehrere Seillängen durch das steile Gelände abgeseilt. Kurz vor 2.00 Uhr konnten die beiden Bergsteiger schließlich sicher ins Tal gebracht werden.
Gute Planung und Kartenmaterial wichtig
Der nächtliche Einsatz verlief damit relativ glimpflich. Der Vorfall zeigt jedoch einmal mehr, wie schnell ein Orientierungsfehler im hochalpinen Gelände zu einer schwierigen Situation führen kann, die klare Aussage der Bergretter. Eine gute Vorbereitung und geeignetes Kartenmaterial sind deshalb besonders wichtig.Gerade in unübersichtlichem Gelände sollte die geplante Route bereits vor dem Aufbruch genau studiert werden. Auch bei eingeschränkter Sicht muss die Orientierung mit dem vorhandenen Kartenmaterial sicher möglich sein. Mit einbrechender Dunkelheit können vermeintlich einfache Wegabschnitte plötzlich zu einer großen Herausforderung werden, der abschließende Hinweis der Bergretter.


