Montag, 10. November 2025

Taschendiebstähle in Venedig: 23 Festnahmen

Nach Protesten von Einwohnern geht die Staatsanwaltschaft Venedig verstärkt gegen Banden von Taschendieben vor, die Touristen in der Lagunenstadt ins Visier nehmen. 23 Haftbefehle und Aufenthaltsverbote wurden gegen überwiegend Frauen aus Bosnien und Kroatien erlassen, die als Taschendiebinnen aufgefallen waren.

Hauptsächlich begingen sie ihre Taten im historischen Zentrum Venedigs, am Bahnhof Santa Lucia und in Mestre, aber auch in Zügen und Bussen in Richtung und von Venedig. - Foto: © dpa-tmn / Karolin Krämer

Fast alle Verdächtigen sind Frauen (20 von 23, darunter eine Schwangere), die meisten unter 27 Jahre alt. Drei Männer sind Partner einiger der Frauen. Die Anklagen reichen von Körperverletzung bis zur Hehlerei.

Die Untersuchung der Carabinieri begann im Juni 2023 und dauerte bis Dezember 2024. Im Fokus standen Taschendiebstähle an Touristen in der Lagunenstadt. Insgesamt konnten 32 Fälle nachgewiesen werden, der Gesamtschaden beläuft sich auf über 50.000 Euro. Die Täterinnen nutzten dabei auch die Hilfe von drei Mädchen unter 14 Jahren. Trotz bestehender Aufenthaltsverbote begingen sie während der Ermittlungszeit 150 Verstöße.

Hauptsächlich begingen sie ihre Taten im historischen Zentrum Venedigs, am Bahnhof Santa Lucia und in Mestre, aber auch in Zügen und Bussen in Richtung und von Venedig. Nicht nur Diebstähle: Die Täterinnen gingen auch gewalttätig gegen Personen vor, die sie bemerkten oder aufzuhalten versuchten. In einem Fall landete eine Frau nach einem verhinderten Diebstahl im Krankenhaus. Sie wurde von den Täterinnen geschlagen und wegen eines gebrochenen Fingers behandelt.

Gewalt auch innerhalb der Gruppen

Innerhalb der Gruppe der Taschendiebe kam es ebenfalls zu Gewalt: Ältere Mitglieder schlugen die Jüngeren, wenn die Beute nicht ausreichte. In einem besonders schweren Fall wurden zwei junge Mitglieder, von denen eine unter 14 Jahre alt war, mit einem Messer bedroht, falls sie nicht an einem Tag 2.500 Euro pro Person einbrachten.

Drei Männer wohnten in Hotels in der Provinz Venedig, kümmerten sich um die kleineren Kinder während der Abwesenheit ihrer Frauen, begleiteten sie zum Bahnhof und holten sie dort wieder ab. Außerdem waren sie für die Geldwäsche der Diebesbeute zuständig. Dazu tauschten sie in einem bekannten Einkaufszentrum in der Provinz Venedig Fremdwährungen in Euro - insgesamt etwa 11.000 Euro.

Die Vorwürfe umfassen schweren Diebstahl, Gewalt oder Drohung zur Begehung von Straftaten, Körperverletzung, Missbrauch und Fälschung von Zahlungsmitteln, Hehlerei, Geldwäsche und Verstöße gegen Aufenthaltsverbote. Für acht Verdächtige wurde Untersuchungshaft beantragt, für acht weitere ein Aufenthaltsverbot in Venetien, für sechs in der Provinz Venedig und für eine Person in Genua. Drei Festnahmen erfolgten im Ausland, in Kroatien und Ungarn. Die Suche nach den Beschuldigten war schwierig, da alle ohne festen Wohnsitz waren.

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