Samstag, 15. August 2026

Tausende tote Bienen – Vandalenakt am Lehrbienenstand in Steinegg

Ein zerstörtes Bienenvolk, tausende tote Bienen und weitreichende Folgen – was am Lehrbienenstand in Steinegg passiert ist, macht fassungslos.

Der Bienenstand wurde mutwillig zerstört. - Foto: © Lehrbienenstand Karneid

Der Lehrbienenstand in Steinegg ist ein Ort, an dem Interessierte, Familien und insbesondere Kinder die faszinierende Welt der Honigbiene kennenlernen können. Ein besonderes Highlight ist dabei der ausgehöhlte Baumstamm, in dem ein Bienenvolk angesiedelt wurde.

Durch eine Plexiglasscheibe konnten Besucherinnen und Besucher bislang ungefährdet beobachten, wie ein Bienenvolk lebt, arbeitet und seinen natürlichen Wabenbau errichtet.

Dieses Bienenvolk hat sich in diesem Jahr prächtig entwickelt. Umso unverständlicher ist, was nun geschehen ist: Unbekannte haben den speziell dafür hergerichteten Baumstamm mit Gewalt geöffnet und zwei Waben herausgeschnitten.

Der Lehrbienenstand vor dem Vandalenakt. - Foto: © Lehrbienenstand Karneid


Was für einen Menschen vielleicht wie ein harmloser Eingriff in einen Bienenstock erscheinen mag, hatte für das Bienenvolk dramatische Folgen. Durch die gewaltsame Öffnung wurde das Volk in massive Unruhe und Panik versetzt. Vor dem Baumstamm bot sich danach ein erschreckendes Bild: Mehrere tausend tote Honigbienen lagen vor dem Bienenstock.

Der Lehrbienenstand nach dem Vandalenakt. - Foto: © Lehrbienenstand Karneid


Doch damit nicht genug. Durch die herausgeschnittenen Waben lief Honig aus. Die benachbarten Bienenvölker wurden dadurch angelockt und begannen mit der sogenannten Räuberei.

Bienen aus unterschiedlichen Völkern drangen auf der Suche nach Honig in den fremden Stock ein – und bekämpften sich gegenseitig. Ein natürlicher Vorgang, der unter normalen Umständen vermieden werden soll, der hier aber durch den menschlichen Eingriff ausgelöst wurde.

Wird Winter wohl nicht überleben

Und das alles zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: Am Ende der Imkereisaison sollte im Bienenvolk eigentlich Ruhe einkehren und es sich auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vorbereiten. Stattdessen wurde das Volk massiv gestört und geschwächt.

Für das Bienenvolk im Baumstamm bedeutet dieser Eingriff aller Voraussicht nach, dass es den Winter nicht überleben wird. Ein solches Volk kann je nach Jahreszeit aus zehntausenden Honigbienen bestehen.

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Das Volk wurde erst kürzlich im Rahmen der üblichen Varroabehandlung gegen die Varroamilbe behandelt. Der Honig aus den herausgeschnittenen Waben ist deshalb nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.

stol

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