Sonntag, 30. August 2026

Tödlicher Kletterunfall: Große Trauer um Hermann Atz (73)

Die Trauer in Südtirol und weit darüber hinaus ist groß: Der bekannte Bozner Meinungsforscher und Politologe Hermann Atz hat am Samstag bei einem tragischen Kletterunfall in den Grödner Dolomiten sein Leben verloren.

Hermann Atz (73) verlor bei einem Bergunfall sein Leben. - Foto: © alb

Zum Unglück kam es am Samstagnachmittag am dritten Sellaturm (STOL hat berichtet).

Hermann Atz war mit einem Kletterpartner aus England in einer Zweierseilschaft unterwegs, als er gegen 14.45 Uhr rund 20 Meter in die Tiefe stürzte. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Bekannt und beliebt

Der 73-Jährige war in ganz Südtirol und darüber hinaus bekannt. Hermann Atz, der mit seiner Familie in Untermagdalena in Bozen wohnte, hatte sich als Meinungsforscher und politischer Analyst einen Namen gemacht.

Er war wissenschaftlicher Leiter von „apollis“, einem Institut für Sozialforschung und Demoskopie. Gemeinsam mit Helmuth Pörnbacher hatte er dieses 1993 in Bozen gegründet. Zudem war er Lehrbeauftragter für Statistik und Methodik an der Freien Universität Bozen.

Vor allem in der Politik und in den Medien war Atz aufgrund seiner fundierten Umfragen und Analysen geschätzt.

Grüne: „Was für ein Verlust“

In einer Aussendung äußerten die Grünen Landtagsabgeordneten
Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler sowie Kathrin Werth, und die gesamte grüne Gemeinschaft große Bestürzung und Anteilnahme nach dem Tod von Hermann Atz.

Hier die Aussendung im Wortlaut:

„Hermann Atz ist tot. Was für ein Verlust.
Wir sind alle unter Schock, seitdem wir die Nachricht vom Bergtod von Hermann Atz am Sella gehört haben. Die meisten von uns haben persönliche Erinnerungen an ihn, ein Aufeinandertreffen in institutioneller oder Medienumgebung, einen Austausch zu einem aktuellen Thema, einen kurzen Gruß.

Hermann Atz war eine fixe Größe im Politikalltag, und er war immer ein Bezugspunkt. Er analysierte, was geschah. Er kommentierte sachlich und zugleich indem man merkte, dass er als Bürger beteiligt war. Das ist eine sehr seltene Gabe, die Hermann hatte, eine reiche Gabe. Mit Hermann zu reden lohnte sich immer. Oft brachte er Unerwartetes, manchmal auch Unbequemes, was einem zum Nach- und oft auch Umdenken bewegte. Sein Blick auf die Welt suchte immer spezielle Perspektiven, jene, die noch nicht eingenommen waren.

Ein feiner Mensch war Hermann. Wir erinnern ihn, wie er auf seinem Rad um die Ecke sauste ebenso wie im Fernsehstudio am Wahlabend, bei kulturellen Momenten ebenso wie bei einem politischen Anlass, wo er seinen Bürgersinn zeigte. Er wird der Welt sehr fehlen.
Seiner Frau Brigitte und seinen Söhnen gilt unsere Anteilnahme, von Herzen.“

am/stol

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