Die Staatsanwaltschaft von Vicenza leitete Ermittlungen ein, um die genauen Umstände des Todes zu klären und mögliche Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften zu prüfen.
Nach ersten Erkenntnissen hatten sich der junge Mann und ein gleichaltriger Freund am Montagnachmittag im Schwimmbad „Blue Planet“getroffen. Die beide aus Trient stammenden Jugendlichen hielten sich in der Gegend auf, weil die Familie des Freundes von Cortese dort ein Ferienhaus besitzt. Gegen 17 Uhr gingen die beiden ins Wasser.
Nach mehreren Sprüngen und Tauchgängen begannen sie sich gegenseitig
herauszufordern: Sie wollten herausfinden, wer unter Wasser die Luft länger anhalten konnte.
Der Freund bemerkte zunächst nicht, dass sich die Situation dramatisch verändert hatte. Er ging offenbar davon aus, dass Leonardo Cortese noch immer versuchte, seinen persönlichen Rekord zu verbessern. Erst nach mehreren Minuten wurde ihm bewusst, dass der 19-Jährige nicht mehr auftauchte. Daraufhin rief er um Hilfe. Rettungsschwimmer und anwesende Badegäste zogen den jungen Mann aus dem Wasser und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Kurz darauf trafen Rettungskräfte des Krankenhauses Santorso sowie ein Rettungshubschrauber aus Verona ein.
Die Einsatzkräfte fanden den Jugendlichen bereits ohne Herzschlag vor. Trotz längerer Reanimationsversuche konnte sein Leben nicht gerettet werden. Der Tod wurde noch am Beckenrand festgestellt.
Die Staatsanwaltschaft Vicenza hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittler prüfen derzeit mehrere mögliche Ursachen.
Nach einer ersten Einschätzung könnte der 19-Jährige aufgrund von Sauerstoffmangel während des Tauchversuchs das Bewusstsein verloren haben und anschließend ertrunken sein. Auch ein plötzlicher gesundheitlicher Notfall wird nicht ausgeschlossen.
Die Polizei befragte bereits den Freund des Verstorbenen sowie weitere Zeugen. Zudem wurden die Aufnahmen der Überwachungskameras des Schwimmbads sichergestellt, die möglicherweise Hinweise auf den genauen Ablauf des Unfalls liefern können. Die Ermittler wollen außerdem klären, ob die Sicherheitsmaßnahmen in der Anlage eingehalten wurden. Bis zum Abschluss der Untersuchungen bleibt offen, wie es zu der Tragödie kommen konnte. Der Vorfall ist nur der letzte einer Reihe tödlicher Unfälle in italienischen Schwimmbädern, die Alarm ausgelöst haben. Vor zwei Wochen hat die italienische Abgeordnetenkammer neue Sicherheitsvorschriften für öffentliche und öffentlich zugängliche Anlagen beschlossen.


