Samstag, 12. September 2026

US-Schutz für Tanker in Hormuz-Straße nur noch zu bestimmten Zeiten

Die USA schränken laut einem Bericht wegen Angriffen des Iran den militärischen Schutz für Tanker in der Seestraße von Hormuz auf bestimmte Zeitfenster ein. Die Schiffe seien aufgefordert worden, die Meerenge am Persischen Golf nur noch zu festgelegten Zeiten zu passieren, berichtete die Zeitung „Financial Times“ am Samstag unter Berufung auf E-Mails des US-Marinekoordinationszentrums. Der Schutz aus der Luft sei seit Anfang September auf zwei tägliche Zeitfenster begrenzt.

Die USA schränken laut einem Bericht wegen Angriffen des Iran den militärischen Schutz für Tanker in der Seestraße von Hormuz auf bestimmte Zeitfenster ein. - Foto: © APA/AFP/ATTA KENARE / ATTA KENARE


Hintergrund sind verstärkte iranische Angriffe auf Schiffe in der Nacht. Die Regierung in Washington bietet die Unterstützung seit Mai für Schiffe an, die eine Route entlang der omanischen Küste nutzen. Der Iran hat die Straße von Hormuz wegen des Krieges gegen die USA größtenteils blockiert.

Saudi-Pipeline beeinträchtigt

Saudi-Arabien hat unterdessen die wichtige Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormuz Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit. Laut Außenministerium gab es mehrere Verletzte bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet worden sei.

Wer hinter dem Angriff steckt, erklärte das Ministerium in seiner Mitteilung auf der Plattform X jedoch nicht. Im Irak operieren aber einige vom Iran unterstützte Milizen. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli von Verbündeten des Irans vom Irak aus attackiert worden.

Laut Außenministerium wurden zudem Sachschäden registriert. Der Angriff werde auf das Schärfste verurteilt. Das Energieministerium teilte weiter mit, es seien die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern.

Irak setzt Militärkommandant ab und schließt Grenzübergang

Der Irak hat nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten einen Militärkommandant abgesetzt. Untersuchungen hätten ergeben, dass die jüngsten Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Gebiet ausgegangen seien. Der Kommandant war der Mitteilung zufolge bisher für Einsätze in der südirakischen Provinz Maysan zuständig.
Der Irak schloss zudem als Vorsichtsmaßnahme den Grenzübergang Shalamcheh zum Iran. Das sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit laufe ein groß angelegter Einsatz, um die Täter zu fassen. Unterdessen warnte der saudi-arabische Zivilschutz in Khamis Mushait vor einer möglichen Gefahr.

Bericht: USA bestätigen Angriff auf Pipeline

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsbeamten ebenfalls, dass die Pipeline durch Drohnen angegriffen worden sei, die aus dem Irak gestartet sein sollen. Das für die Nahost-Region zuständige US-Kommando CENTCOM lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Die Pipeline hat seit Beginn des Iran-Kriegs eine noch größere Bedeutung bekommen. Saudi-Arabien leitet durch sie Öl um, das eigentlich für darauf wartende Öltanker im Persischen Golf bestimmt gewesen wäre. Seit Beginn der Attacken der USA und Israels Ende Februar auf den Iran sowie Gegenangriffen ist die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormuz faktisch blockiert.

Nach einer ersten Analyse seien Pumpstationen getroffen worden, die sich neben der Pipeline befinden, berichtete CNN weiter. Satellitenbilder sollen laut CNN zeigen, dass es zu Bränden gekommen sein könnte. Ob die Pipeline beschädigt wurde, sei unklar.
Mit einer Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.

apa/dpa/reuters

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