Der amtierende Generalstabschef der US-Armee, Christopher LaNeve, bestätigte die Entscheidung am Freitag vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses. „Es war am sinnvollsten, dass diese Brigade nicht im Einsatzgebiet stationiert wurde“, sagte er, ohne näher darauf einzugehen.
Ranghohe Demokraten und Republikaner kritisierten den Schritt und äußerten sich verärgert darüber, dass der Kongress anders als vorgeschrieben weder informiert noch konsultiert worden sei. Die Entscheidung wirft neue Fragen über die von US-Präsident Donald Trump erwarteten Truppenreduzierungen in Europa auf.
Der US-Präsident hatte sich zuletzt über die aus seiner Sicht nicht ausreichende Hilfe der Europäer für seinen Iran-Krieg enttäuscht geäußert. Anfang Mai hatte das US-Verteidigungsministerium den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angekündigt. Trump kündigte kurz darauf noch mehr an. Deutschland ist derzeit mit rund 39.000 US-Soldaten der größte Stützpunkt des US-Militärs in Europa und dient als wichtiges Ausbildungszentrum.
Einem US-Regierungsvertreter zufolge könnten die Truppen, die eigentlich nach Polen verlegt werden sollten, stattdessen von anderswo kommen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, er habe Zusicherungen erhalten, dass Polens Sicherheit durch die Entscheidungen zur US-Truppenpräsenz nicht beeinträchtigt werde.


