Konkret geht es um die Masche des Carabinieri-Beamten bzw. des Rechtsanwalts, heißt es in einer Aussendung der Quästur Padua. Dabei werden meist betagte Menschen gezielt von den Betrügern kontaktiert, die sich als Beamte oder Anwälte ausgeben. Diese täuschen die Senioren, indem sie ihnen erzählen, dass ein Angehöriger in einen Unfall verwickelt war und die Kosten für seine medizinische Behandlung, die Versicherung oder die Freilassung auf Kaution (die im italienischen Recht nicht vorgesehen ist) rasch beglichen werden müssen. Mit dieser Masche werden Senioren aufgefordert, Geld, Schmuck und Wertgegenstände auszuhändigen.
Im Rahmen der Ermittlungen konnten die Beamten 15 Betrugsfälle nachweisen, denen Personen in Padua, Venedig, Como, Teramo, Verona, Cuneo, Modena, Ascoli Piceno, Trient und auch in Südtirol zum Opfer gefallen waren, heißt es in der Aussendung.
Bei der Razzia am Freitagmorgen haben rund 100 Polizisten der Quästuren von Padua und Neapel in Kampanien zugeschlagen. Vier Personen wurden als mutmaßliche Organisatoren identifiziert, zehn weitere sollen an den Betrugsmaschen beteiligt gewesen sein.
Dem Kopf der Bande, es handelt sich um einen mehrfach vorbestraften 32-Jährigen aus Neapel, soll laut den Ermittlern ein Mitglied eines bekannten Camorra-Clans sein. Im Gefängnis in U-Haft sitzt neben dem 32-Jährigen auch eine 22-jährige, ebenfalls vorbestrafte Frau – die beiden sollen gemeinsam mit zwei weiteren 20-Jährigen aus Kampanien die mutmaßliche Betrügerbande angeführt haben.


