Mittwoch, 27. August 2025

Verdacht auf Millionenbetrug: Vier Vinschger Familien im Visier der Ermittler

Ein Schaden in Höhe von 18 Millionen Euro soll der öffentlichen Hand durch einen mutmaßlichen Betrug rund um öffentliche Beiträge für Solaranlagen im Vinschgau entstanden sein. Ins Visier der Finanzpolizei sind laut einer Aussendung vier Familien aus dem Vinschgau geraten, auf deren Grundstücken 9 große statt der offiziell 44 kleinen gemeldeten Fotovoltaikanlagen installiert worden sein sollen. Ermittelt wird gegen insgesamt 19 Personen.

Öffentliche Beiträge um 18 Millionen Euro sollen im Vinschgau von vier Familien unrechtmäßig bezogen worden sein: Das ergaben die Ermittlungen der Finanzpolizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof (Symbolbild). - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Die Operation „Sonnenfinsternis“ brachte einen ausgeklügelten mutmaßlichen Betrug ans Licht, mit dem 19 Personen rund 18 Millionen Euro an öffentlichen Beiträgen unrechtmäßig erhalten haben sollen.

44 Anlagen gemeldet – Von Hubschrauber aus nur neun gezählt

Die Ermittler nahmen die Fotovoltaikanlagen in den Gemeinden Prad am Stilfser Joch und Schlanders ins Visier. Dort waren für die Errichtung von 44 kleinen Solaranlagen Beiträge von der öffentlichen Energiegenossenschaft GSE ausgeschüttet worden.

Die Ermittler starteten mit dem Hubschrauber der Flugsektion der Finanzpolizei Bozen einen Erkundungsflug – und zählten insgesamt neun anstatt der 44 Anlagen in Prad und Schlanders.

Verdacht: Unrechtmäßig Beiträge für kleine Anlagen kassiert

Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Anlagen dadurch den Leistungshöchstwert, um noch einen öffentlichen Beitrag für kleine Fotovoltaikanlagen zu erhalten, bei weitem überschritten haben sollen.

Aus den Ermittlungen geht schließlich hervor, dass die neun Fotovoltaikanlagen auf vier einheimische Familien zurückzuführen sein sollen. Weitere Personen hätten demnach als Strohmänner fungiert, um Beiträge für kleine Anlagen zu erhalten.

Familien und Strohmänner im Visier

In Wirklichkeit soll jede „kleine“ Fotovoltaikanlage, die über mutmaßliche Strohmänner von der öffentlichen Hand mitfinanziert wurde, Teil von einer der neun großen Anlagen sein, für die man eigentlich kein Anrecht auf den öffentlichen Beitrag hätte.

Zum Abschluss der Ermittlungen der Finanzpolizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof wurden die 19 Verdächtigen aufgefordert, zu den Vorhaltungen Stellung zu nehmen. Dafür haben sie insgesamt 45 Tage Zeit, sie dürfen folglich Schriftsätze hinterlegen oder angehört werden, ehe sie vom Gericht vorgeladen werden. Gleichzeitig wurden sie dazu aufgefordert, den an der öffentlichen Hand entstandene Schaden in Höhe von rund 18 Millionen Euro zu begleichen.

Haben Sie einen Fehler entdeckt? Geben Sie uns bitte Bescheid.

stol

Stellenanzeigen


Teilzeit






Teilzeit





powered by
Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden