Seit den frühen Morgenstunden läuft eine groß angelegte Operation, die von der Direktion für Antimafia und Antiterrorismus der Staatsanwaltschaft Trient koordiniert wird und sich über Italien hinaus auf Österreich, Deutschland und Kroatien erstreckt.
Grillbriketts, Bodenverbesserer für die Landwirtschaft, Zusatzstoffe für Beton
Im Mittelpunkt der Ermittlungen, die bereits 2022 von der Umwelt-Einheit der Carabinieri in Trient aufgenommen wurden, steht ein mutmaßlicher illegaler, grenzüberschreitender Abfallhandel, der in Südtirol und anderen europäischen Ländern aktiv gewesen sein soll.Zwölf Personen verhaftet
Nach Angaben der Ermittler hätten die Beschuldigten eine sogenannte „schwarze Lieferkette“ rund um Rückstände aus Pyrovergasungsprozessen aufgebaut. Das heißt: Sie sollen hochgradig giftige Materialien verarbeitet und anschließend als vermeintlich nachhaltige Produkte wieder auf den Markt gebracht haben.Auch Fernheizwerk von Laas im Vinschgau soll betroffen sein
Dazu zählen unter anderem Grillbriketts, Bodenverbesserer für die Landwirtschaft, Zusatzstoffe für Beton sowie CO-Zertifikate, die für den Handel bestimmt waren. Zwölf Personen sind bislang festgenommen worden. Dabei handelt es sich um fünf Südtiroler, darunter zwei hochrangige Beamte der Landesumweltagentur, drei Österreicher, zwei deutsche und zwei kroatische Staatsbürger.Für alle zwölf Personen gilt die Unschuldsvermutung.
Betroffen soll auch das Fernheizwerk von Laas im Vinschgau sein. Es soll unter Zwangsverwaltung gestellt worden sein. Im Fokus der Ermittlungen steht außerdem die Fernwärmeanlagen von Vierschach.
Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Landesumweltagentur
Den Ermittlungen zufolge kam Führungskräften und Beamten der Landesumweltagentur in Bozen eine Schlüsselrolle bei der Absicherung, Vertuschung und Begünstigung der illegalen Machenschaften zu. Durch bewusstes Wegsehen, aber auch durch aktives Eingreifen sollen sie den illegalen Abfallhandel regelrecht legitimiert haben – etwa durch das Ausstellen gefälliger Gutachten, das Verschleppen von Sanktionen, konkrete Tipps zur Umgehung von Verboten oder die gezielte Manipulation von Kontrollen vor Ort.An der weiterhin laufenden Operation sind mehr als 100 Einsatzkräfte beteiligt.

