Die Festnahmen erfolgten im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu den Angriffen am Samstagnachmittag auf die Baustellen der Bahnverbindung im Susatal, bei denen 120 Polizisten verletzt wurden. Nach den Angriffen wurden 436 Personen identifiziert, darunter auch Personen aus Frankreich, Deutschland und Belgien. Ihre mögliche verwaltungsrechtliche und strafrechtliche Verantwortung wird derzeit geprüft.
Hohe Schäden an den Baustellen der Bahn-Hochgeschwindigkeitslinie
Die Polizei stellte umfangreiches Material sicher, darunter Molotowcocktails, Gasmasken, selbstgebaute Sprengkörper und Helme. Der Polizeichef von Turin, Massimo Gambino, sprach von einer „Eskalation kriegsähnlicher Aktionen und Gewalt“. Die Täter wollten das Susatal zu einem europäischen „Labor für urbane Guerilla“ machen, sagte er. Die Behörden würden mit größter Entschlossenheit vorgehen und die Ermittlungen fortsetzen.Auch die Schäden an den Baustellen werden inzwischen erfasst. Die Betreibergesellschaft TELT, die für die italienisch-französische Bahnverbindung verantwortlich ist, schätzt die Schäden allein an der Baustelle in Chiomonte auf rund eine Million Euro. Noch müsse geprüft werden, wie lange die Beseitigung der Trümmer und die Wiederherstellung der Arbeitsbereiche im Tunnel dauern werde. Nach Angaben von TELT hätte das Ausmaß der Schäden noch größer sein können.
Die Gewalt hatte parteiübergreifend scharfe Reaktionen ausgelöst. Staatspräsident Sergio Mattarella dankte den Einsatzkräften. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der Staat werde sich von Gewalt nicht einschüchtern lassen. Vertreter mehrerer Oppositionsparteien verurteilten die Ausschreitungen ebenfalls.


