Am 22. August findet jährlich der „Tag der Fische“ statt. Weltweit sollen mit diesem Aktionstag Fischarten stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, die durch Überfischung und Lebensraumverlust in ihren Beständen bedroht sind.
Der Fischereiverband Südtirol nimmt diesen Tag auch heuer zum Anlass, um eine Dankesurkunde für besonderes Engagement im Bereich der nachhaltigen Fischerei und des Gewässerschutzes zu verleihen. In diesem Jahr geht die Auszeichnung laut Aussendung des Verbandes an Vito Adami – freischaffender Gewässerökologe, ausgewiesener Fischfachmann und langjähriges Vorstandsmitglied des Fischereivereins Bozen, in dem er sich insbesondere für die Erhaltung der Marmorierten Forelle engagiert.
Ein Pionier ökologischer Restwasserabgaben und naturnaher Gewässergestaltung
Aufgrund seiner Tätigkeit als freischaffender Gewässerökologe war Vito Adami in den vergangenen drei Jahrzehnten an der ökologischen Beratung zahlreicher in Südtirol geplanter und errichteter Wasserkraftwerke beteiligt. Dabei war er den gesetzlichen Vorgaben seiner Zeit, insbesondere hinsichtlich der abzugebenden Restwassermengen, oftmals weit voraus. Mit großem fachlichem Weitblick und viel Überzeugungskraft setzte er sich bereits in der Projektphase für ökologisch angemessene Restwassermengen ein, die häufig über den gesetzlichen Mindestvorgaben lagen. Damit trug er wesentlich dazu bei, dass in Südtirol Restwasserauflagen umgesetzt wurden, die im Alpenraum bis heute als vorbildlich gelten.Auch die ökologische Aufwertung unserer Gewässer war Vito immer ein besonderes Anliegen. Auf seine Vorschläge hin wurden als Ausgleich für den Bau von Wasserkraftwerken und andere Eingriffe zahlreiche Bäche und Flüsse aufgewertet und neue, wertvolle Lebensräume geschaffen. Dabei begnügte sich Vito keineswegs damit, die Maßnahmen am Schreibtisch zu planen. Meist war er selbst vor Ort und begleitete die Arbeiten mit großer Leidenschaft. Den Baggerführern – von denen er vermutlich mehr persönlich kennt als so mancher Bauunternehmer – erklärte er ganz genau, welcher Stein wohin gehört und wie das Bachbett gestaltet werden sollte. Denn für Vito ist ein Stein im Bach eben nicht einfach nur ein Stein: Richtig platziert, schafft er Strömungsvielfalt, Verstecke und damit wertvollen Lebensraum für Fische und viele andere Wasserorganismen.
Fischpässe für Südtirol
Auch den Bau von Fischaufstiegshilfen hat Vito Adami über viele Jahre entscheidend mitgeprägt. Solche Fischpässe ermöglichen es Fischen, künstliche Hindernisse wie Stauwehre oder Wasserfassungen zu überwinden und ihre Wanderungen im Gewässer fortzusetzen. Von den rund 50 Fischpässen, die heute Querbauwerke an Südtirols Gewässern passierbar machen, wurde ein Großteil nach seinen Konzepten und unter seiner fachlichen Begleitung errichtet.Dabei war ihm besonders wichtig, die Bedürfnisse unserer heimischen Fischarten zu berücksichtigen – von der kleinen, bodennah lebenden Mühlkoppe bis zur großen Marmorierten Forelle. Und auch nach dem Bau war seine Arbeit nicht beendet: Vito kontrollierte immer wieder die Funktionsfähigkeit der Anlagen und setzte sich für deren Instandhaltung ein – besonders nach größeren Hochwasserereignissen.
Engagement für die Marmorierte Forelle
Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Vito seit Jahrzehnten eng mit dem Fischereiverein Bozen verbunden und zählt mittlerweile zu dessen langjährigsten Mitgliedern. Unzählige Stunden seiner Freizeit hat er dem Verein und vor allem einem Fisch gewidmet, der ihm besonders am Herzen liegt: der Marmorierten Forelle. In der vereinseigenen Brutanstalt ist Vito heute kaum wegzudenken. Ob bei der Organisation der Fänge wilder Laichfische, beim Abstreifen und Markieren der Mutterfische, bei der Betreuung der Zucht oder ganz einfach beim Reinigen der Becken – wenn Arbeit ansteht, ist Vito meist mittendrin.Sein jahrzehntelanger Einsatz für die Marmorierte Forelle beschränkte sich dabei nicht nur auf die Arbeit in der Brutanstalt. Mit großer Beharrlichkeit setzte er sich auch gegenüber Behörden, Wissenschaft und Fischerei für ihren Schutz und den Erhalt ihrer natürlichen Bestände ein. Nicht zuletzt auch dank seines Engagements und seiner Überzeugungsarbeit wurde schließlich das Projekt MarmoGen ins Leben gerufen – ein Projekt, das heute einen wichtigen Meilenstein für die langfristige Erhaltung unserer einzig heimischen Forellenart darstellt.


