Internationale Protagonisten der Tanzszene wie Peeping Tom, Leïla Ka, Anne Teresa De Keersmaeker und Louise Lecavalier, italienische Künstlerinnen und Künstler wie Michele Di Stefano, Daniele Ninarello, Chiara Bersani, Anna Basti und die Kompanie Aterballetto, aufstrebende Choreografinnen und Choreografen wie Camilla Parini, Industria Indipendente und Mohamed Toukabri, Neuinterpretationen von Repertoirewerken sowie Uraufführungen prägten ein Programm, in dem die einzelnen Arbeiten miteinander in Dialog traten und mehr ein künstlerisches Gesamtbild als eine bloße Abfolge von Vorstellungen entstehen ließen.
Als verbindendes Element spielte die Musik, vielfach live, eine zentrale Rolle. Sie reichte von Irresistible Revolution von Ayelen Parolin, einer der großen Entdeckungen dieser Festivalausgabe, bis zu den Performances von Simon Le Borgne und Ulysse Zangs, Francesca Ziviani und Alexander Vantournhout. Hinzu kamen die Hommage des Künstlerischen Co-Direktors Olivier Dubois, der für Les Mémoires d'une seigneure einen über einen Open Call ausgewählten Chor aus 41 Amateurtänzerinnen zusammenbrachte; die Familienvorstellungen mit ABC – Allegra Brigata Cinematica sowie die OpenLabs mit Margherita Landi in Zusammenarbeit mit dem NOI Techpark und Cherish Menzo gemeinsam mit EURAC Research, die den Austausch zwischen Kunst und Forschung in den Mittelpunkt stellten.
Der hohe künstlerische Anspruch fand auch beim Publikum großen Anklang. Die 17 Spielorte des Festivals begrüßten eine stetig wachsende und vielfältige Festivalgemeinschaft. Dies ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit kulturellen, sozialen und Bildungseinrichtungen des Territoriums über das gesamte Jahr hinweg. Zu den kostenpflichtigen Veranstaltungen kamen mehr als 5.200 Besucherinnen und Besucher. Viele Vorstellungen waren ausverkauft oder nahezu ausverkauft und sorgten für eine hohe Saalauslastung. Hinzu kamen zahlreiche Gäste bei den 15 kostenfreien Programmpunkten, darunter Performances, Talks und DJ-Sets. Die Resonanz zeigt, dass es dem Festival gelingt, einen Ort der Begegnung zu schaffen, an dem Menschen unabhängig von ihrer Geschichte, ihrem Alter oder ihrer Vertrautheit mit dem Tanz ihren Platz finden.
Diese Idee eines gemeinsamen Festivalraums fand ihren sichtbarsten Ausdruck im Festivaltreffpunkt BoDA im Kapuzinergarten, der sich mehr denn je zum pulsierenden Herzen des Festivals entwickelte. Als Ort der Begegnung, des Austauschs, des Feierns und des Gesprächs führte BoDA die Festivalerfahrung über die Aufführungen hinaus fort und machte die Begegnung zu einem ebenso wesentlichen Bestandteil des Festivals wie die künstlerischen Arbeiten selbst. Derselbe Geist prägte auch ExtraDanza, das Tanzfest für die Stadt, das rund 1.500 Menschen zusammenführte. Nicht als Begleitveranstaltung, sondern als Ausdruck derselben Idee: eines gemeinsamen kulturellen Erlebnisses, bei dem Künstlerinnen und Künstler, lokale Vereine sowie das Publikum gemeinsam die Identität des Festivals mitgestalteten.
„In seinen 42 Jahren hat sich Bolzano Danza kontinuierlich weiterentwickelt und immer wieder neu erfunden. Dabei ist es dem Festival gelungen, neue Entwicklungen des zeitgenössischen Tanzes aufzugreifen und sich unterschiedlichen Ausdrucksformen zu öffnen, ohne seine Identität zu verlieren“, sagt Monica Loss, Generaldirektorin der Stiftung Haydn. „Die Ausgabe 2026 war eine besonders wertvolle Festivalausgabe. Dank der künstlerischen Leitung von Anouk Aspisi und Olivier Dubois sowie dem großen Engagement eines jungen und leidenschaftlichen Teams hat sie den Stellenwert von Bolzano Danza als einem der wichtigsten Projekte der Stiftung Haydn und als bedeutendem Festival für den zeitgenössischen Tanz eindrucksvoll unterstrichen. Zwei intensive Festivalwochen an 17 unterschiedlichen Orten haben die Vielfalt unserer Stadt sichtbar gemacht und ihre unterschiedlichen Gemeinschaften miteinander verbunden.“
„Nach Insurrection, dem ersten Kapitel der Trilogie der Leidenschaft, hat Horizon unseren Blick verändert“, erklären die Künstlerischen Leiter Anouk Aspisi und Olivier Dubois. „Es hat die Erfahrung einer Welt eröffnet, die sich nur jenen erschließt, die bereit sind, ihre Perspektive zu verändern. Mehr als ein Programm war Horizon eine Einladung, die Zeit des Festivals auf neue Weise zu erleben. Zwei Wochen lang wurde Bolzano Danza durch eine Vielzahl von Werken zu einem Raum der Wahrnehmung, der Begegnung und der Veränderung. Die begeisterte Resonanz des Publikums sowie das große Interesse von Medien und Fachpublikum zeigen die Kraft eines Festivals, das Jahr für Jahr wächst, weil es die Beziehungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Werken, Bürgerinnen und Bürgern, Publikum und Territorium vertieft. Horizon wollte nicht nur eine Sicht auf die Welt vermitteln, sondern auch unsere Art verändern, sie wahrzunehmen. Vielleicht liegt gerade darin heute die Aufgabe eines Festivals: nicht Gewissheiten zu vermitteln, sondern Horizonte zu öffnen.“
Die 42. Ausgabe des Festivals Bolzano Danza - Tanz Bozen wurde von der Stiftung Haydn von Bozen und Trient mit Unterstützung der Stadt Bozen, des Landes Südtirol, der Autonomen Region Trentino-Südtirol und des italienischen Kulturministeriums organisiert und veranstaltet. Förderer der Festivalausgabe waren die Stiftung Südtiroler Sparkasse, Alperia und das Institut Français. Unterstützt wurde das Festival außerdem von der Fondazione Nuovi Mecenati.
Die Stiftung Haydn dankt darüber hinaus allen Partnern für die Zusammenarbeit: Südtiroler Kulturinstitut, Stiftung Stadttheater und Konzerthaus Bozen, NOI Techpark, EURAC Research, Stiftung Antonio Dalle Nogare, Museion, Cooperativa 19, Stagione Estiva Don Bosco, SMACH, Stadtbibliothek Bozen, Konservatorium Claudio Monteverdi Bozen, Stiftung Bozner Schlösser, Bunker H, Verkehrsamt Bozen, WaltherPark, Four Points by Sheraton Bozen, Parkhotel Laurin, Marlene, Loacker, Kellerei Terlan, Cineplexx, STA – Südtiroler Transportstrukturen AG, Unione Südtiroler Blinden- und Sehbehindertenverband, Young Inside, AbilNova Sozialgenossenschaft, Savera, Fedora Platform, Opera Europa, RESEO, Rai Cultura, Rai Radio 3, Mouvement und Salto.
Mit Reconciliation findet die Trilogie der Leidenschaft 2027 ihren Abschluss. Die 43. Ausgabe des Festivals Bolzano Danza steht bereits unter diesem Titel. Die Termine sowie erste Einblicke in das Programm werden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.


