Sonntag, 23. August 2026

Klassik aus Amerika: Das Pittsburgh Symphony Orchestra zu Gast in Meran

Am 26. August um 20.30 Uhr eröffnet das Pittsburgh Symphony Orchestra seine Europatournee im Meraner Kursaal und gibt damit in dieser Saison – einen Tag vor seinem Gastspiel bei den Salzburger Festspielen – beim südtirol festival meran sein einziges Konzert in Italien. Am Pult steht der Musikdirektor des mit Preisen überhäuften Klangkörpers, Manfred Honeck. Solist ist Alexandre Kantorow – der erste französische Pianist, der die Goldmedaille des renommierten Tschaikowski-Wettbewerbs gewann. Im Sommer 2024 trat er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris auf.

Manfred Honeck dirigiert das weltweit gefeierte Piitsburgh Symphony Orchestra.

„Ich habe eine außerordentliche Leidenschaft für modische Tänze, und es gibt Zeiten, da gehe ich Nacht für Nacht tanzen“, schreibt Erwin Schulhoff 1921 an Alban Berg. In den fünf Stücken für Streichquartett, mit denen das Konzert beginnt, kombiniert er Tänze aus mehreren Ländern zu einer ironisch-zeitgeistigen Suite. Es folgt eine Rhapsodie für Klavier und Orchester, in der Sergej Rachmaninoff das Thema des letzten der 24 Capricci für Solovioline verarbeitet, die Nicolò Paganini 1820 veröffentlicht hatte.

Solist Alexandre Kantorow



Das Konzert endet mit Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie, die 1937 – in einer Epoche der Schauprozesse und „Säuberungen“ – entstand. Bis Ende 1938 „verschwinden“ in der Sowjetunion 1,5 Millionen Menschen, und der Komponist hält in seiner Wohnung stets einen gepackten Koffer für den Fall einer Verhaftung bereit, die – so scheint es – unausweichlich ist. Manfred Honeck bezeichnet das Werk als „Ausdruck eines Menschen, der die Grausamkeiten seiner Zeit persönlich überlebt hat. Im dritten Satz erscheinen mir die Solo-Blasinstrumente in ihrem reduzierten Klang wie eine stille Anspielung auf jene, die unter dem Stalinismus gelitten haben und deportiert wurden.“

Das Pittsburgh Symphony Orchestra


Info: www.meranofestival.com

stol

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