Typischerweise beginnen die ersten Anzeichen der Pubertät zwischen dem neunten und 13. Lebensjahr. Auslöser sind hormonelle Veränderungen im Körper. Bei Mädchen spielen dabei vor allem die Östrogene eine zentrale Rolle, die in den Eierstöcken produziert werden.
„ Ziel der hormonellen Umstellungen ist die Geschlechtsreife und die Empfängnisfähigkeit. ”
— Dr. Judith Wörnhart, Fachärztin für Gynäkologie
„Ziel dieser hormonellen Umstellungen ist die Geschlechtsreife und die Empfängnisfähigkeit“, erklären Dr. Ester Scola und Dr. Judith Wörnhart, Fachärztinnen für Gynäkologie und Geburtshilfe im St. Josef Gesundheitszentrum Meran-Bozen, die gemeinsam mit Dr. Herbert Heidegger und Dr. Stephanie Lerede Gatti das gynäkologische Team des Zentrums bilden.
In dieser Zeit beschleunigt sich das Körperwachstum deutlich. Größe und Proportionen verändern sich, erste weibliche Körperformen entwickeln sich. Die Brust beginnt zu wachsen, Scham- und Achselhaare treten auf, etwa zwei Jahre später folgt meist die erste Menstruation – die sogenannte Menarche.
„ Umfassende Aufklärung und Unterstützung sind von entscheidender Bedeutung, um Jugendlichen zu helfen, selbstbewusst und gesund durch diese Phase ihres Lebens zu gehen. ”
— Dr. Ester Scola, Fachärztin für Gynäkologie
Auch Jungen erleben ab dem neuen Lebensjahr tiefgreifende Veränderungen – „die einen früher, die anderen später“, sagt der Urologe Dr. Michael Plangger. Er gehört gemeinsam mit Dr. Michael Aigner und Dr. Egmond Jenny zum urologischen Team des St. Josef Gesundheitszentrums. Der Körper der Heranwachsenden wächst rasch, die Stimme wird tiefer, Bartwuchs und stärkere Körperbehaarung setzen ein, die männlichen Geschlechtsorgane vergrößern sich. „Viele dieser Veränderungen hängen von den Erbinformationen ab, aber natürlich auch von den Hormonen, die in den Hoden gebildet werden“, so Plangger. Das dort produzierte Testosteron beeinflusse unter anderem auch die Muskelentwicklung.
Neben den körperlichen Veränderungen bringt die Pubertät häufig auch emotionale Herausforderungen mit sich. Hormonschwankungen beeinflussen das seelische Gleichgewicht, Stimmungsschwankungen oder Rückzug sind keine Seltenheit. Gleichzeitig tauchen erste Fragen zu Verhütung, sexuell übertragbaren Krankheiten, Intimhygiene oder Sexualität auf.
Einen geschützten Raum für genau diese Themen und Fragen bietet im St. Josef Gesundheitszentrum die Mädchen- und Jungensprechstunde. Dort können Jugendliche ihre Fragen offen und ohne Scham stellen – alleine, mit Freunden oder gemeinsam mit den Eltern.
„ Vielen sind solche Gespräche und körperliche Untersuchungen unangenehm – für uns Ärzte ist das aber alles ganz normal und gehört zu unserer täglichen Arbeit. ”
— Dr. Michael Plangger, Facharzt für Urologie
„Umfassende Aufklärung und Unterstützung in dieser Lebensphase sind von entscheidender Bedeutung, um Jugendlichen zu helfen, selbstbewusst und gesund durch diese Phase ihres Lebens zu gehen“, betonen die Gynäkologinnen Dr. Scola und Dr. Wörnhart, die mit dem Urologen Dr. Plangger die Mädchen- und Jungensprechstunde initiiert haben. Dieser ergänzt: „Vielen sind solche Gespräche und körperliche Untersuchungen unangenehm – für uns Ärzte ist das aber alles ganz normal und gehört zu unserer täglichen Arbeit“. Ziel sei es, Jugendliche dabei zu unterstützen, selbstbewusst und gesund durch diese wichtige Lebensphase zu gehen.
Mädchen- und Jungensprechstunde am 27. Mai
Wenn sich der Körper verändert, tauchen Fragen auf, die oft unangenehm sind. Antworten darauf gibt es bei der Mädchen- und Jungensprechstunde am 27. Mai von 15 bis 17 Uhr im St. Josef Gesundheitszentrum Meran.
Jugendliche können alleine, mit Eltern, Freunden oder in der Gruppe vorbeikommen. Die Sprechstunde ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich unter [email protected] oder Tel. 0473/86 43 33.


