Donnerstag, 30. April 2026

Sepp Dariz bleibt „Südtiroler Notstandsfonds“ bis 2030 erhalten

2030 wird der Algunder Sepp Dariz nach vier Jahrzehnten als Chef des Bäuerlichen Notstandsfonds (BNF) „Menschen helfen“ abtreten. Das kündigte er am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung, in der auch der Vorstand neu bestellt wurde, unmissverständlich an. „Ich kandidiere nochmals, aber sicher das letzte Mal“, erklärte er. Und wenn die konstituierende Sitzung auch noch aussteht, gilt es als fix, dass Dariz weiterhin Obmann bleibt.

Die neue BNF-Führungsriege (von links): Paul Steger, Sonia Salamon, Monika Brigl, Daniela Erhard, Sepp Dariz, Katherina Mittermair, Georg Reden, Brigitte Augschiller und Thomas Wieland. - Video: stol

Der BNF-Vorstand wurde einstimmig per Akklamation gewählt: Neben Sepp Dariz bleiben auch Georg Reden und Katherina Mittermair weiterhin als ordentliche Mitglieder in der Führungsriege. Neu im Vorstand sind Brigitte Augschiller, Daniela Erhard, Thomas Wieland und Sonia Salamon.

Kooptierte Vorstandsmitglieder sind Paul Steger und Monika Brigl, die sich bereits in der Vergangenheit für den BNF engagiert haben. Den zahlreich anwesenden Mitgliedern bestätigte Rechnungsprüfer Thomas Girotto, dass der Vorstand auch im vergangenen Jahr wieder satzungsgemäß gearbeitet und Entscheidungen getroffen habe.

Er wies zudem darauf hin, dass knapp 80 Prozent der eingegangenen Spenden zweckgebunden gewesen seien (vor allem aufgrund von Spendenaufrufen) – ein steigender Trend. Eines betonte Girotto besonders: „Die Spender und Spenderinnen vertrauen dem BNF.“ Aber ihr Wunsch, mitzuentscheiden, wer mit dem gespendeten Geld unterstützt werde, steige stetig.

Nach den Pflichtbeschlüssen und einer Stärkung folgte der Jahresrückblick im Beisein von zahlreichen Ehrengästen. Ein Höhepunkt war dabei die Übergabe der Spende aus der von Erich Näckler initiierten, traditionellen Kalenderaktion „Flugretter helfen“: Sepp Dariz freute sich über den symbolischen Scheck über 34.000 Euro – ein neuer Rekord.

Zahlen & Fakten

Mit welchen Zahlen des vergangenen Jahres wartete der BNF auf? Knapp 2,4 Millionen Euro an Spendeneinnahmen verzeichnete der Notstandsfonds (5.235 Spender und Spenderinnen). Hinzu kamen mehr als 190.000 Euro aus den fünf Promille der Einkommenssteuer.

Die Unterstützungsauszahlungen wurden am Mittwochvormittag mit insgesamt rund 2,38 Millionen Euro beziffert.

Am meisten Notsituationen gab es im Burggrafenamt (25) – gefolgt von Bozen (22), Pustertal und Vinschgau (jeweils 18), Eisacktal/Wipptal (zwölf) und Unterland (acht).

Für die Verwaltung und Führung gab der BNF fast 253.000 Euro aus.

Dank an den Bauernbund

Beim Rückblick auf 2025 berichtete der BNF-Chef in der Kellerei Meran Burggräfler u. a. von 128 Anfragen um Notstandshilfe (55 von bäuerlichen und 73 von nicht bäuerlichen Familien und Personen), von Unterstützungsauszahlungen in 103 Fällen, von der Ablehnung von acht Gesuchen sowie von elf besprochenen Anfragen.

Und auch den Verleih von Holzblockhäusern und eines Wohncontainers, das Projekt „Zukunft schenken“, Sonderprojekte in der Berglandwirtschaft, Wohnraum für Frauen in Not, Ethical Banking (Förderkredite) sowie die Krisen- und Trauerbegleitung sprach er an.

Einen Dank richtete Dariz an alle Spender und Unterstützer, beispielsweise an das Land. Und an Landesobmann Daniel Gasser gewandt, würdigte Dariz das stets offene Ohr des Bauernbundes für den BNF. Aus der bäuerlichen Familie heraus sei der BNF – der Südtiroler Notstandsfonds, wie der Obmann sein Lebenswerk nannte – herausgewachsen.

Fünf Promille aus der Einkommenssteuer wichtig

Dariz erinnerte auch daran, dass jeder gespendete Cent Menschen in Not zugutekomme – und dass die Stärke des BNF darin liege, Betroffene über einen längeren Zeitraum zu begleiten, bis sie wieder auf eigenen Beinen stehen können. Weiters bat der ehrenamtlich tätige Obmann um die fünf Promille aus der Einkommenssteuer, damit weiterhin kein Spendengeld für die Verwaltung und Führung des BNF angerührt werden müsse.

fm

Stellenanzeigen


Teilzeit






Teilzeit





powered by
Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden