Dienstag, 25. August 2026

AfD-Rechtsaußen bei Jugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit – SVP schlägt Alarm

Die Süd-Tiroler Freiheit hat AfD-Politiker Jean-Pascal Hohm zu ihrem Landesjugendtreffen eingeladen. SVP-Wirtschaft und Junge Generation in der SVP (JG) kritisieren die Einladung scharf und warnen vor „einer Annäherung an das rechtsextreme Spektrum“.

Josef Tschöll (SVP, rechts) kritisiert die Jugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit, Melanie Mair (links) scharf. - Foto: © D/STF

Die Einladung des AfD-Politikers Jean-Pascal Hohm zum Landesjugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit sorgt für Kritik innerhalb der SVP. Hohm ist Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ und Mitglied des AfD-Bundesvorstands.

Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft Hohm als rechtsextremistisch ein. Die SVP wertet seine Einladung in einer Aussendung deshalb „als Zeichen einer zunehmenden Nähe der Süd-Tiroler Freiheit zu politischen Kräften am rechten Rand“.

„Südtirol darf nicht zum Spielplatz des europäischen Rechtsaußen-Spektrums werden“, sagt Josef Tschöll, Vorsitzender der SVP-Wirtschaft. Wer einem solchen Politiker bei einem Jugendtreffen eine Bühne gebe, setze „ein fatales Signal“. Tschöll betont, die SVP-Wirtschaft stehe „in der Mitte der Gesellschaft“ und lehne rechtsextremes Gedankengut ab.

Tschöll: Arbeitgeber soll politische Nähe zu Rechtsextremen außerhalb der Arbeit prüfen

Darüber hinaus fordert Tschöll Konsequenzen im Zusammenhang mit Melanie Mair, der Landesjugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit. Deren öffentlicher Arbeitgeber solle die politische Nähe zu Rechtsextremen außerhalb der Arbeit prüfen und gegebenenfalls auch disziplinarrechtliche Maßnahmen erwägen. Ob und inwieweit ein Arbeitgeber politische Aktivitäten außerhalb des Dienstes bewerten kann, hänge dabei von den jeweiligen rechtlichen und dienstrechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Auch die Vorsitzende der Jungen Generation in der SVP, Anna Künig, kritisiert die Einladung. Junge Menschen bräuchten „Weltoffenheit, Europa und konkrete Zukunftsperspektiven“ statt einer weiteren Polarisierung. Die AfD stehe aus ihrer Sicht für Ausgrenzung und gesellschaftliche Spaltung.

Künig sieht zudem einen Widerspruch zwischen dem von der Süd-Tiroler Freiheit vertretenen Patriotismus und der Nähe zur AfD. Angesichts der Geschichte Südtirols sei die Orientierung an nationalistischen politischen Kräften „verantwortungslos“, so die JG-Vorsitzende.

Die SVP-Vertreter stellen dabei auch die inhaltliche Ausrichtung der beiden Parteien infrage. Weder die AfD noch die Süd-Tiroler Freiheit hätten aus ihrer Sicht ausreichende Antworten auf die konkreten Herausforderungen junger Menschen – etwa bei Bildung, Arbeit, Wohnen, Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung.

sor

Stellenanzeigen


Teilzeit






Teilzeit





powered by
Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden