Anlass für das Video war ein kürzlich vom Landtag angenommener Antrag der Grünen: Faschistische Monumente in Südtirol sollen künftig Teil der europäischen Kulturroute ATRIUM (Architecture of Totalitarian Regimes of the 20th Century in Europe's Urban Memory) werden.
Foppa plädierte in ihrem Video dafür, die Bauten der Diktatur weder zu verherrlichen noch zu verdrängen, sondern sie wissenschaftlich zu erklären und kritisch aufzuarbeiten. Ziel sei es, diese historischen Relikte in Räume der Erinnerung, der Bildung und der Demokratieförderung zu verwandeln.
Die Reaktion auf das Video war ein Sturm an Hasskommentaren bis hin zu Todesdrohungen gegen Brigitte Foppa. Die Landtagsabgeordnete war bereits in der Vergangenheit Zielscheibe von Anfeindungen im Netz geworden und hatte diese bei der Postpolizei zur Anzeige gebraucht. Auch im aktuellen Fall hat Foppa Anzeige bei der Postpolizei erstattet.
„Faschismus darf nicht salonfähig werden“
Die Grünen-Sprecher Kathrin Werth und Zeno Oberkofler sprechen Foppa nun in einer Aussendung ihre volle Solidarität aus und sparen nicht mit Kritik an der gesellschaftlichen Stimmung: „Wenn man diese Kommentare liest, sieht man, dass viel zu viele Menschen immer noch nicht mit dem Faschismus aufgeräumt haben“, erklären Werth und Oberkofler.Die Verherrlichung des Faschismus werde durch prominente Vorbilder auf staatlicher Ebene noch bestärkt – etwa durch Senatspräsident Ignazio La Russa, der offen eine Mussolini-Büste bei sich zu Hause aufbewahre. „Widerstand bleibt weiterhin eine demokratische Pflicht“, betonen die beiden Co-Sprecher der Grünen.
Aufruf an alle demokratischen Parteien
Der Umgang mit den Relikten dieser Epoche sei kein Randthema, sondern der Prüfstein für die demokratische Kultur im Land. „Diese offen zur Schau getragene faschistische Haltung ist zutiefst schockierend und verlangt nach einer Verurteilung vonseiten aller demokratischen Parteien, egal welchen Lagers“, fordert Werth. Gerade in Südtirol dürfe man solche Entwicklungen weder verharmlosen noch wegsehen.Da es immer weniger lebende Zeitzeugen gebe, die über die Diktaturen berichten können, steige gleichzeitig die Zahl jener, welche die geschichtlichen Tatsachen leugnen. Wenn letztlich nur noch die steinernen Relikte als Beweise der Geschichte bleiben, sei es laut Werth und Oberkofler höchst an der Zeit, eine klare Haltung im Umgang mit ihnen festzulegen.


