„Besonders beeindruckt hat mich, dass hier nicht die Uhr den Alltag bestimmt, sondern der Mensch“, betont Morandell. Die Bewohnerinnen und Bewohner entscheiden, soweit es ihre Fähigkeiten zulassen, selbst, wann sie aufstehen, essen, spazieren gehen, sich ausruhen oder an Aktivitäten teilnehmen. Der Tagesablauf orientiert sich an den individuellen Gewohnheiten und Bedürfnissen jedes Einzelnen. Gleichzeitig erhalten die Menschen genau jene Unterstützung, die sie benötigen.
„Dieses Konzept stellt nicht die Krankheit in den Mittelpunkt, sondern den Menschen mit seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten und seiner Würde. Es schenkt Freiheit, wo Freiheit möglich ist, und Sicherheit, wo sie gebraucht wird. Genau das macht den Unterschied“, so Morandell.
Das Demenzdorf zeigt eindrucksvoll, dass ein anderer Umgang mit Demenz möglich ist, einer, der Lebensqualität, Eigenständigkeit und soziale Teilhabe fördert. „Gerade angesichts der steigenden Zahl an Demenzerkrankungen sollten wir uns auch in Südtirol intensiv mit solchen Modellen auseinandersetzen und prüfen, wie wir vergleichbare Ansätze in unsere Betreuungsstrukturen integrieren können.“
Abschließend bedankt sich Morandell beim Direktor des Altenheimes Kaltern Rudi Bocher, beim Kalterer Gemeindereferenten für Senioren Lukas Luggin und beim Vorsitzenden des Gemeindesozialausschuss Andreas Mayr für die Organisation, ihre Offenheit und ihr großes Interesse, innovative Betreuungsmodelle kennenzulernen und neue Impulse für die Weiterentwicklung der Demenzbetreuung in Südtirol mitzunehmen. „Nur wenn wir bereit sind, über bestehende Strukturen hinauszudenken und voneinander zu lernen, können wir die Lebensqualität von Menschen mit Demenz nachhaltig verbessern“, so Morandell.


