Die Regierung nannte den „Zensus 2027“ das „ehrgeizigste demografische Vorhaben in der Geschichte Indiens“ und die „größte administrative und statistische Aufgabe weltweit“. Der Zensus soll unter anderem eine aktuelle Datengrundlage für Sozialprogramme sowie andere staatliche Projekte schaffen.
Bevölkerungsreichstes Land
Die bisher letzte Zählung im Jahr 2011 hatte eine Einwohnerzahl vonmehr als 1,2 Milliarden Menschen ergeben. Schätzungen zufolge stieg
die Zahl inzwischen auf weit über 1,4 Milliarden an – Indien
überholte China nach UN-Angaben vor drei Jahren als
bevölkerungsreichstes Land der Erde.
Die 16. Volkszählung in Indien soll laut Regierung in zwei Phasen
ablaufen. Zunächst sollen Informationen über den Wohnungsbestand
sowie Merkmale wie Ausstattung und Vermögenswerte der Haushalte
gesammelt werden. Die Menschen haben dabei auch erstmals die
Möglichkeit, ihre Daten selbstständig online über ein Portal
einzugeben, anstatt sie einem Fragensteller mitzuteilen.
Fragen zur Kastenzugehörigkeit
Im nächsten Jahr findet dann die eigentliche Zählung der Bevölkerung statt. Auch sollen dabei wirtschaftliche Merkmale, Bildungs- und Migrationshintergrund sowie Fertilität abgefragt werden. Zudem sollen die Befragten angeben, welcher Kaste sie angehören. Die jahrtausendealte Tradition des hierarchischen Kastenwesens hat nach wie vor Auswirkungen auf das tägliche Leben vieler Menschen im Land. Das Vorhaben gilt als heikel. Kritiker befürchten, Gräben zwischen den Kasten könnten damit aufgerissen werden.Die neue Volkszählung war ursprünglich für 2021 geplant, sie wurde jedoch wegen der Corona-Pandemie sowie logistischer Probleme und Wahlterminen verschoben.


