Freitag, 13. März 2026

Nach iranischem Drohnenangriff : Italien zieht Soldaten aus Irak-Mission ab

Nach dem Drohnenangriff auf die italienische Militärbasis Camp Singara zieht Italien einen Teil seiner Soldaten aus dem Irak zurück. Nach Angaben von Verteidigungsminister Guido Crosetto wurden bereits 102 Soldaten nach Italien zurückgebracht, etwa 40 weitere nach Jordanien verlegt. Crosetto sagte laut Medienangaben, der Angriff sei gezielt erfolgt, da es sich um eine NATO-Basis handle, auf der auch US-Truppen stationiert sind.

Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Neben dem Irak steht auch die italienische Basis Ali al Salem Air Base im Fokus iranischer Drohungen. - Foto: © ANSA / Domenico Palesse / RED

Eine iranische Drohne vom Typ Shahed war nach Angaben der italienischen Regierung am Mittwoch auf einen Militärlastwagen gestürzt, der anschließend in Brand geriet. Die 141 italienischen Soldaten auf der Basis blieben unverletzt, weil sie sich rechtzeitig in Schutzbunker zurückgezogen hatten.

Italienische Soldaten in Erbil in internationaler Mission

Die italienischen Soldaten in Erbil gehören einer internationalen Mission im Irak an, die mehrere Aufgaben verfolgt. Sie trainieren lokale Kräfte in militärischer Taktik, Logistik und Sicherheitsoperationen, um die Sicherheit zu stärken und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung der sogenannten Peshmerga gegen Gruppen wie die Islamische Miliz IS zu erhöhen. Die Peschmerga sind die bewaffneten Streitkräfte der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Sie schützen die kurdischen Gebiete vor Angriffen, insbesondere von Terrorgruppen wie IS, und verteidigen die Autonomie Kurdistans innerhalb des Irak.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, die Soldaten würden rasch in sicherere Gebiete verlegt. Es sei nicht sinnvoll, sie weiterhin dem Risiko von Drohnen- und Raketenangriffen auszusetzen. Auch in der italienischen Botschaft in Bagdad sowie im Konsulat in Erbil werde die Zahl des Personals reduziert.

Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Neben dem Irak steht auch die italienische Basis Ali al Salem Air Base im Fokus iranischer Drohungen. Zudem sind italienische Soldaten – wie auch Bundesheer-Angehörige – in der UNIFIL-Mission im Libanon stationiert, wo die Spannungen zwischen Hisbollah und Israels Armee wieder zugenommen haben. Regierungsstaatssekretär Alfredo Mantovano sprach von einer „hohen Besorgnis“, betonte aber, die Soldaten seien gut vorbereitet und hielten sich strikt an ihre Einsatzregeln.

Italienische Fregatte vor Zypern im Einsatz

Im Zusammenhang mit der Krise bleiben auch italienische Marineeinheiten in der Region im Einsatz, darunter die Fregatte ITS „Federico Martinengo“ vor Zypern. Sie ist Teil der europäischen Mission Operation Aspides zum Schutz der Handelsschifffahrt. Eine Verstärkung der Marinepräsenz wird derzeit geprüft.

Trotz der Spannungen hat Italien die diplomatischen Beziehungen zum Iran nicht abgebrochen. „Wir sprechen weiterhin miteinander“, sagte Tajani. Teheran müsse jedoch verstehen, dass nicht die ganze Welt für die Entwicklungen im Iran verantwortlich sei.

apa

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