Donnerstag, 30. April 2026

Pressefreiheit: Italien fällt zurück

Italien ist im aktuellen Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RSF) weiter zurück gefallen. Mit 65,16 von 100 Punkten belegt das Land nun Platz 56 im Ranking und verlor gegenüber dem Vorjahr um 2,85 Punkte bzw. sieben Plätze. An der Spitze finden sich Norwegen, die Niederlande und Estland, am unteren Ende Eritrea, Nordkorea und China. In mehr als der Hälfte aller Länder wird die Pressefreiheitssituation als „schwierig“ oder „sehr ernst“ eingestuft.

++ ARCHIVBILD ++ Viele Medienschaffende weltweit sehen sich massivem Druck ausgesetzt. - Foto: © APA/dpa / Markus Scholz

Als „gut“ wird die Situation in nur sieben Ländern – neben dem Spitzenreitertrio auch in Dänemark, Schweden, Finnland und Irland – eingestuft. Dort lebt weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung.

Österreich findet sich in Nachbarschaft zu Kanada (20.) und Großbritannien (18.) in jener Gruppe von 36 Nationen, denen eine „zufriedenstellende“ Lage attestiert wird. Unter diesen findet sich auch Deutschland (14.), die Schweiz (8.) und Frankreich (25.).

Foto: © RSF/Screenshot

Pressefreiheit enormen Bedrohungen ausgesetzt

Laut den Presseunterlagen war der durchschnittliche Wert der untersuchten Staaten in der 25-jährigen Geschichte des Pressefreiheitsindexes noch nie so niedrig wie 2026. „Die aktuelle Weltlage führt täglich vor Augen, dass Demokratie und Pressefreiheit enormen Bedrohungen ausgesetzt sind“, hielt RSF-Österreich-Generalsekretär Martin Wassermair in einer Aussendung zum Ranking fest. So müsse etwa die Rekordzahl getöteter Medienschaffender im Vorjahr eine „globale Mahnung“ sein.

Laut Angaben von RSF aus Dezember wurden in den zwölf Monaten davor 67 Journalistinnen und Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet - die meisten davon (29) im Gazastreifen. Seit Oktober 2023 seien gar mehr als 220 Medienschaffende in Gaza von der israelischen Armee getötet worden, davon mindestens 70 im Rahmen ihrer Arbeit, teilte RSF mit. Israel findet sich auf Platz 116 des Rankings.

Hunderte Journalisten im Gefängnis

Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen – Hunderte Journalisten sitzen weltweit aufgrund ihrer Arbeit hinter Gittern, die meisten in China – und die finanzielle Lage haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Ländern für Journalismus erschwert.

Zudem richtet sich politische Rhetorik zunehmend gegen Medienschaffende – etwa in den USA unter Präsident Donald Trump. Die Vereinigten Staaten rutschten um sieben Plätze auf Platz 64 ab, womit die Lage mit Blick auf die Pressefreiheit als „problematisch“ eingestuft wird. Den größten Sprung nach oben – wenngleich auf niedrigem Niveau - verzeichnete Syrien nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Bashar al-Assad. Das Land machte 36 Plätze gut und findet sich nun auf Rang 141.

Der Pressefreiheitsindex stützt sich auf die Befragung von Fachleuten für Pressefreiheit (z.B. Journalisten, Wissenschafter, Menschenrechtsexperten) aus den jeweiligen Ländern, die ihre Einschätzung zum politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Kontext wie auch dem rechtlichen Rahmen und der Sicherheit für Medienschaffende abgeben. Auch erfasst RSF selbst etwaige Inhaftierungen, Todesfälle und Geiselnahmen.

apa/pho

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