Die Entwicklung, die auf der Konferenz einmal mehr deutlich wurde, ist besorgniserregend: Immer mehr Menschen leiden unter psychischen und psychiatrischen Erkrankungen und suchen professionelle Hilfe. In Italien werden Informationen zufolge derzeit rund eine Million Menschen von psychiatrischen Diensten betreut. Gleichzeitig verzeichnen die Notaufnahmen jährlich mehr als 600.000 Zugänge aufgrund psychischer Gesundheitsprobleme. Besonders betroffen sind junge Menschen, Frauen und ältere Personen.
Auch in Südtirol sei dieses Phänomen alles andere als vernachlässigbar, schreiben die Südtiroler Grünen in einer Aussendung. Demnach werden hierzulande mehr als 327 Personen pro 10.000 Einwohner betreut. Das seien nahezu doppelt so viele wie im nationalen Durchschnitt. Diese Zahl verdeutliche sowohl das Ausmaß des Bedarfs als auch die Notwendigkeit, weiter in Prävention und psychologische Versorgung zu investieren.
„Aus diesem Grund haben wir einen Gesetzentwurf eingebracht, um die Basispsychologie in Südtirol einzuführen. Unser Ziel ist es, einen einfachen und kostenlosen Zugang zu einer ersten psychologischen Anlaufstelle zu gewährleisten, die in die wohnortnahe Gesundheitsversorgung integriert ist“, erklärt der Landtagsabgeordnete Zeno Oberkofler. „Frühzeitige Unterstützung verhindert eine Verschärfung von Problemen und entlastet zugleich die spezialisierten Dienste, die bereits heute unter Personalmangel leiden.“
„Die Forderungen der Experten auf der Konferenz sind eindeutig: Es braucht mehr Investitionen in die psychische Gesundheit und in die Prävention. Genau das verfolgen wir mit der Einführung der Basispsychologie. Psychische Gesundheit muss zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Gesundheitswesens werden und als Recht allen Menschen zugänglich sein, unabhängig von ihrem Einkommen“, betonen die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer einhellig.


