Montag, 31. August 2026

„Schule braucht jetzt guten Willen, nicht mehr Konfrontation“

Der Arbeitskreis Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer/innen (ASM) wendet sich zum Start des neuen Schuljahres mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

Die Lehrpersonen erwarten eine leistungsgerechte und faire Entlohnung. - Foto: © shutterstock

„Zu Beginn eines neuen Schuljahres ist es wichtig, den Blick nach vorne zu richten“, so der ASM. Die ersten öffentlichen Aufrufe und Stellungnahmen der verschiedenen Akteure sowie die unterschiedlichen Positionen aus der Bildungspolitik geben aus Sicht des Arbeitskreises allerdings Anlass zur Sorge.

Die anstehenden Herausforderungen, die sich auch aus den intensiven Gesprächen zum Bildungsdialog ergeben haben, können laut ASM nur gemeinsam bewältigt werden – durch Begegnung auf Augenhöhe, gegenseitigen Respekt, Kompromissbereitschaft und den festen Willen, tragfähige Lösungen zu finden.

„Polemische oder politisch zugespitzte Aussagen, die ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation vermitteln, helfen niemandem. Die Schule braucht jetzt nicht mehr Konfrontation, sondern guten Willen, Sachlichkeit und Hausverstand“, heißt es in der Presseaussendung.

Politische Zusagen einhalten

„Gleichzeitig erwarten wir Lehrerinnen und Lehrer, dass politische Zusagen eingehalten werden. Die Landesregierung ist gefordert, mit offenen Karten zu spielen und transparent darzulegen, welche finanziellen und strukturellen Maßnahmen heute und für die Zukunft tatsächlich vorgesehen sind. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften müssen auf Augenhöhe und mit dem notwendigen Respekt geführt werden“, schreibt der ASM.

Und weiter: „Auch bei den derzeit diskutierten Gehaltsentwicklungen ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Die genannten Beträge beinhalten unterschiedliche Komponenten: Inflationsanpassungen, kollektivvertragliche Erhöhungen, Vorrückungen, individuelle Einstufungen und gegebenenfalls Nachzahlungen. Insbesondere der Inflationsausgleich darf nicht mit einer tatsächlichen Verbesserung der Kaufkraft gleichgesetzt werden. Wenn ein Teil der Gehaltserhöhung lediglich den Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre ausgleicht, kann nicht von einer großen realen Gehaltsaufbesserung gesprochen werden.“

Leistungsgerechte und faire Entlohnung erwartet

Die Lehrpersonen erwarten eine leistungsgerechte und faire Entlohnung. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass die Gehälter im Bildungsbereich über lange Zeit nicht ausreichend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst wurden.

„Die finanzielle Aufwertung des gesamten Bildungsbereiches ist deshalb keine Luxusforderung, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft unseres Landes“, so der ASM.

Denn die Herausforderungen in den Schulen sind demnach groß: „zunehmend heterogene Klassen, mehr Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen, steigende pädagogische und administrative Anforderungen sowie die schwierige Aufgabe, ausreichend gut ausgebildete und motivierte Lehrpersonen für alle Bereiche des Bildungswesens zu gewinnen.“

Kooperative, transparente Zusammenarbeit notwendig

„Die finanziellen Mittel, die im Bildungsbereich notwendig sind und gezielt für eine leistungsgerechte Aufwertung eingesetzt werden müssen, sind verbindlich im Landeshaushalt vorzusehen und tatsächlich bereitzustellen. Es darf nicht bei Ankündigungen und mündlichen Versprechungen bleiben. Ebenso darf vonseiten der Politik nicht mit Druckmitteln oder der Verknüpfung von finanziellen Zusagen mit zusätzlichen Mehrleistungen gearbeitet werden. Notwendig ist vielmehr eine kooperative, transparente und verlässliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der Vereinbarungen gemeinsam getroffen, nachvollziehbar kommuniziert und anschließend auch eingehalten werden“, heißt es in der Aussendung.

Diese Probleme lassen sich laut ASM nicht von heute auf morgen lösen. Dafür brauche es Zeit, verlässliche Rahmenbedingungen und einen ernsthaften Dialog. „Gerade deshalb sollten jetzt nicht die Gräben vertieft, sondern Brücken gebaut werden“, fordert der Arbeitskreis.

Für starke, leistungsfähige und wertschätzende Schule

Der ASM stehe für eine starke, leistungsfähige und wertschätzende Schule: „Wir sind überzeugt, dass die anstehenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können. Dazu braucht es auf allen Seiten Gesprächsbereitschaft, Kompromissfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Schule darf nicht mit Streit und gegenseitigen Schuldzuweisungen in das neue Schuljahr starten. Sie braucht Ruhe, Vertrauen und die gemeinsame Bereitschaft, Probleme anzupacken und Lösungen zu finden.“

Der ASM lädt deshalb alle Beteiligten ein, wieder stärker miteinander als übereinander zu reden. „Die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen steht dabei im Mittelpunkt“, heißt es in der Aussendung abschließend.

stol

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