Sonntag, 17. Mai 2026

Taiwans Präsident pocht auf Unabhängigkeit des Inselstaats

Nach den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Status Taiwans pocht der Inselstaat auf seine Unabhängigkeit von der Volksrepublik China. Taiwan gehöre nicht zur Volksrepublik und sei ihr auch nicht unterstellt, erklärte Präsident Lai Ching-te am Sonntag. Allein Taiwans Volk könne über seine Zukunft entscheiden. Lai bekräftigte damit zwar nur bereits bekannte Positionen. Doch gelten Lais Worte im Kontext mit den jüngsten Äußerungen Trumps als Klarstellung.

Der Präsident stellt klar: Taiwan ist nicht von China abhängig. - Foto: © APA/afp / YU CHEN CHENG

Trump traf in Peking seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping. Er erklärte am Freitag, er habe noch nicht entschieden, ob er einen größeren Waffenverkauf an Taiwan vorantreiben werde. Aufhorchen ließ insbesondere seine Äußerung gegenüber „Fox News“: „Wir wollen nicht, dass jemand sagt: Lasst uns die Unabhängigkeit anstreben, weil die Vereinigten Staaten hinter uns stehen.“ Die Aussage sorgte für Unsicherheit über die künftige US-Unterstützung für die demokratisch regierte Insel.

Der Status von Taiwan ist einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen den USA und China. Die Insel ist zwar seit 1949 selbstverwaltet, wird heute jedoch nur von einigen wenigen Staaten als unabhängig anerkannt. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als eigenes Territorium und hat niemals auf den Einsatz von Gewalt verzichtet, um die Insel unter Pekings Kontrolle zu bringen. Dies insbesondere auch für den Fall, dass China zu der Einschätzung gelangen sollte, die Insel strebe eine formelle Unabhängigkeit an. Lai erklärte, seine Demokratische Fortschrittspartei (DPP) habe bereits 1999 eine Resolution verabschiedet – die bis heute als Parteilinie gilt – wonach Taiwan bereits ein souveränes und unabhängiges Land sei, das den Namen „Republik China“ trage.

apa/reuters

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