Donnerstag, 13. August 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Passagierzug

Bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine sind nach offiziellen Angaben der Lokführer und sein Assistent getötet worden. Die 340 Passagiere würden evakuiert, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Es habe sich um einen Drohnenangriff gehandelt. Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim war nach Drohnenangriffen der Ukraine in der Nacht auf Donnerstag erneut ohne Strom.

Odessa ist immer wieder Ziel russischer Angriffe (Archivbild). - Foto: © APA/AFP / OLEKSANDR GIMANOV

Sewastopol sei wegen eines massiven ukrainischen Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur TASS mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.

Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Bei russischen Attacken gibt es immer wieder Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung.

Russland griff nach ukrainischen Angaben in der Nacht auf Donnerstag auch das Gebiet um den größten ukrainischen Donau-Hafen Ismajil an. Dabei seien Schäden entstanden und ein Feuer ausgebrochen, teilten die Behörden in der Region Odessa auf Telegram mit. Ismajil liegt nahe der Grenze zum EU- und NATO-Land Rumänien, das zwei Kampfjets aufsteigen ließ. Ismajil ist ein wichtiger Umschlagplatz für Getreide und andere Rohstoffe.

Unterdessen haben die ukrainischen Streitkräfte bei neuen Drohnenangriffen tief im russischen Hinterland eine weitere Ölraffinerie und ein Lager des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Zwei Menschen seien in der Stadt Salawat verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Chef der Republik Baschkortostan, Radij Chabirow, mit. Medien berichteten zudem von einem Drohnenangriff und einem Brand in einer Ölraffinerie des Energieriesen Gazprom.

Die russische Flugabwehr habe 16 von insgesamt 21 Drohnen abgeschossen, sagte Chabirow. Ziel des Angriffs sei ein Logistikzentrum gewesen. Die Firma Wildberries, deren Lager die Ukraine seit Wochen attackiert, bestätigte den Angriff und den Brand. Das Gebäude sei evakuiert worden. Das zentrale Ermittlungskomitee warf der Ukraine einen weiteren „Terroranschlag“ gegen zivile Infrastruktur vor.

Die Ukraine selbst behauptet, dass Wildberries russischen Kriegszwecken diene. Das Unternehmen und der Kreml weisen das kategorisch zurück und sprechen von ziviler Infrastruktur. Kommentatoren sehen in den Angriffen den Versuch Kiews, die Lage in Russland durch zunehmende wirtschaftliche Probleme zu destabilisieren.

apa

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