Mittwoch, 26. August 2026

Aufhellung bei Dienstleistern, Dämpfer bei Transporteuren

Die Stimmung in Südtirols Dienstleistungssektor hat sich aufgehellt, zeigt die Sommerausgabe des Wifo-Barometers. Im Gütertransport dämpft der anhaltende Kostendruck jedoch die Erwartungen.

Der Warentransport kämpft mit hohen Treibstoffpreisen. - Foto: © APA/THEMENBILD / HANS KLAUS TECHT

Bei Südtirols Dienstleistern rechnen laut Wifo 84 Prozent mit einem zumindest zufriedenstellenden Betriebsergebnis. Die Mehrheit erwartet steigende Umsätze und Investitionen.

Besonders optimistisch zeigt sich das Finanz- und Versicherungswesen. Dort bewerten alle befragten Unternehmen die Ertragslage als befriedigend, die Hälfte sogar als gut. Die Banken melden zudem eine stärkere Kreditnachfrage und zugleich eine Verlangsamung der Einlagenentwicklung.

Auch in den Branchen Informatik, Telekommunikation sowie bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen bleibt das Geschäftsklima durchwegs positiv. Lediglich bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen hat sich die Stimmung etwas eingetrübt. „Entscheidend sind jetzt gute Rahmenbedingungen, damit aus Zuversicht nachhaltiges Wachstum wird“, betont hds-Präsident Philipp Moser mit Blick auf die Aussichten.

Gütertransport kämpft mit Kostendruck und Nadelöhr Brennerachse

Etwas verhaltener ist die Lage im Transportsektor: Im Vergleich zum Frühjahr schätzt die Branche – allen voran der Gütertransport – die Perspektiven verhaltener ein. Neben den treibstoffbedingten Mehrausgaben setzen den Betrieben weitere Hürden zu.

„Der massive Fahrermangel, der hohe Kostendruck und die zunehmenden Einschränkungen im Transitverkehr stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen“, sagt Alexander Öhler, Obmann der Transporteure im lvh. Ähnlich bewertet auch UVS-Präsident Alexander Rieper die Lage und fordert für eine wettbewerbsfähige Logistik „moderne Infrastruktur auf Straße und Schiene“.

Neben der Kostenexplosion wiegen vor allem das hohe Verkehrsaufkommen und die strengen Transitbeschränkungen auf der Brennerroute schwer. „Nach den Staus rund um Ferragosto sehen wir die Dringlichkeit, auf der A22 die dynamische dritte Fahrspur einzuführen“, drängt Mirko Siviero von der CNA-FITA.

Wenig Gegenliebe findet hingegen das im Gespräch befindliche Slot-Buchungssystem. Das sieht auch Handelskammer-Präsident Michl Ebner so: „In einer Zeit, in der die Frächter bereits mit stark gestiegenen Treibstoffkosten konfrontiert sind, würde die Einführung eines Slot-Buchungssystems nur zusätzliche Belastungen für die Unternehmen mit sich bringen.“

stol

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