Freitag, 4. September 2026

Euregio-Premiere für Industrie und Hochschulen

Zum ersten Mal trafen sich die Präsidien der Industrieverbände aus Tirol, Südtirol und dem Trentino in Innsbruck gemeinsam mit den Rektorinnen und Rektoren von sieben Universitäten und Hochschulen aus der Europaregion. Sie diskutierten, wie erfolgreiche Kooperationsmodelle über die Regionsgrenzen hinweg weiterentwickelt und Wissenschaft und Wirtschaft enger vernetzt werden können.

Die Präsidien der Industrieverbände aus Südtirol, Tirol und Trentino sowie Rektorinnen und Rektoren von sieben Universitäten und Hochschulen aus der Europaregion. - Foto: © IV Tirol/Schreier

1,86 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, mehr als jeder zweite Euro davon im Unternehmenssektor: Das zeigen die jüngsten für alle drei Regionen vergleichbaren Eurostat-Daten für 2023. Diese Forschungsstärke ist ein zentraler Motor des wirtschaftlichen Erfolgs der Europaregion – sichtbar in ihren international erfolgreichen, technologie- und innovationsgetriebenen Industrieunternehmen.

Am 3. September 2026 wurde in Innsbruck der nächste Schritt gesetzt: regionale Erfolgsmodelle über die Grenzen hinweg zu einem gemeinsamen Innovationsraum zu verbinden und daraus neue Forschungsprojekte, industrielle Anwendungen und Wertschöpfung zu entwickeln. „Der künftige Erfolg unserer heimischen Industrie entscheidet sich an ihrer Innovationskraft. Dafür verfügt die Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino über außergewöhnliche Voraussetzungen: exzellente Hochschulen, international erfolgreiche Industrieunternehmen und bewährte Kooperationen. Jetzt müssen wir aus regionaler Stärke gemeinsame Schlagkraft machen. Ziel des Austauschs ist es, Forschung schneller in industrielle Anwendung zu bringen“, sagt Max Kloger, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol (IV Tirol).

Erfolgsmodelle weitertragen

Die Universität Innsbruck, die Medizinische Universität Innsbruck, die UMIT TIROL, die Freie Universität Bozen, die Universität Trient, das Management Center Innsbruck und die Hochschule Kufstein Tirol stellten ausgewählte Beispiele ihrer Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie vor. Im Mittelpunkt standen Forschungs- und Innovationsprojekte, Wissens- und Technologietransfer, Kooperationen in Lehre und Weiterbildung sowie gemeinsame Ansätze zur Fachkräftesicherung.

Entscheidend war dabei nicht allein, was in einer Region bereits funktioniert. Der gemeinsame Blick richtete sich darauf, welche Erfolgsfaktoren übertragbar sind, wo sich Kompetenzen ergänzen und aus welchen bestehenden Ansätzen neue grenzüberschreitende Partnerschaften entstehen können.

Unternehmen als Forschungspartner

Mit den Präsidien der Industriellenvereinigung Tirol, des Unternehmerverbandes Südtirol und der Confindustria Trento waren führende Industrieunternehmen aus allen drei Regionen unmittelbar in die Diskussion eingebunden. Die Unternehmensvertreter gaben Feedback zu den vorgestellten Initiativen und brachten die Perspektive der industriellen Praxis ein. Damit wurde die Übertragbarkeit der Modelle auch mit jenen Unternehmen diskutiert, die technologische Anforderungen und Anwendungserfahrung in mögliche Kooperationen einbringen.

„Dieser grenzüberschreitende Austausch und die Zusammenarbeit mit den Universitäten und Hochschulen in der Euregio sind für uns als Industrieunternehmen enorm wichtig. Wir teilen gemeinsame Werte: Offenheit, Internationalität, Innovation und Leistungsbereitschaft. Es geht darum, Theorie und Praxis noch enger zusammenzubringen, damit Forschung und Wissen noch besser in innovative Produkte und Lösungen umgesetzt werden können. Junge, gut ausgebildete Menschen mit digitalen und vor allem auch technischen Kompetenzen sind unser Potenzial. In vielen Kooperationsprojekten mit den Universitäten und Hochschulen suchen wir deshalb frühzeitig den Kontakt mit den Studierenden und zeigen ihnen die attraktiven beruflichen Perspektiven in unseren High-Tech-Unternehmen auf“, erklärt Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbands Südtirol.

Neue Partnerschaften im Blick

Der Austausch in Innsbruck brachte Hochschulleitungen und führende Industrieunternehmen erstmals in einem Euregio-weiten Arbeitsdialog zusammen. Daran knüpfen die drei Verbände an: Die Industriellenvereinigung Tirol, der Unternehmerverband Südtirol und Confindustria Trento verankern die grenzüberschreitende Vernetzung von Wissenschaft und Industrie stärker in ihrer gemeinsamen strategischen Arbeit, führen den Dialog fort und entwickeln das Euregio-Format weiter.

Der Präsident der Confindustria Trento, Lorenzo Delladio, betont: „Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, braucht es starke Innovationsökosysteme, die in der Lage sind, Universitäten, Unternehmen und Regionen miteinander zu vernetzen. Trentino, Südtirol und Tirol verfügen über außergewöhnliche Kompetenzen und Spitzenleistungen: Die Zusammenarbeit auf Euregio-Ebene zu stärken, bedeutet, ein attraktiveres Ökosystem für Talente, Investitionen und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen und dabei das Potenzial der gesamten Euregio zu nutzen.“

stol

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