Für vier britische Pfund im Monat (rund 4,60 Euro) bekommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms keine Werbung mehr gezeigt; andere Funktionen bietet das Abonnement nicht. Die Tiktok-Verantwortlichen begründen diesen Schritt damit: „Die Option gibt Nutzerinnen und Nutzern „mehr Kontrolle über ihr Erlebnis“. Macht dieses werbefreie Abo Schule? Über eine Ausweitung des Programms auf andere Länder gibt es keine Informationen.
Die menschliche Handschrift
Scheinbar nervt aber auch bereits die mit KI kreierte Werbung. Und so kommt es laut einer Studie von Canva, dem australischen Softwareunternehmen und Anbieter des kostenlosen Online-Tools für Grafikdesign, zu diesem offensichtlichen Gegensatz: Marketing-Verantwortliche planen für 2026 deutlich höhere KI-Budgets, während Verbraucherinnen und Verbraucher die Ergebnisse zunehmend ablehnen.98 Prozent der Marketer wollen ihre KI-Etats aufstocken; 88 Prozent nutzen die Technik bereits regelmäßig. Jetzt kommt das Aber: Auf der Gegenseite empfinden zumindest 67 Prozent der deutschen Konsumentinnen und Konsumenten KI-Werbung als seelenlos, 80 Prozent halten die menschliche Handschrift für unverzichtbar.
Fazit: Marketer drücken aufs Gas, Verbraucher auf die Bremse.
Schneller werben, schlechter erinnert werden
Und so berichtet auch ein bekanntes Online-Technologieportal mit Redaktionsteams in den USA, Großbritannien und Australien, dass KI-Werbung schneller, aber schwieriger unterscheidbar mache.Da die Werkzeuge auf Mustern beruhten, ähneln sich Tonfall, Aufbau und Aussagen ganzer Kampagnen und verschwinden damit in den überfüllten Feeds der Nutzerinnen und Nutzern. Besonders kleinere Betriebe verlieren dadurch ihren wichtigsten Vorteil: Individualität, so der Bericht.
Keine Frage: Wer auffallen will, kann zwar KI zur Ausführung nutzen, muss die strategische Arbeit aber konsequent in menschlicher Hand halten.
Mauro Stoffella, Medien- und Kommunikationsexperte


