Montag, 27. April 2026

VIDEO | Bauernprotest am Brenner – 10.000 Teilnehmer vor Ort

Mit einer klaren Botschaft versammeln sich rund 10.000 Mitglieder des gesamtstaatlichen Bauernverbands Coldiretti heute am Brenner: „Wir brauchen Frieden. Den Preis des Krieges zahlen immer die Landwirte und die Gesundheit der Verbraucher.“

Es ist nicht zum ersten Mal, dass die Coldiretti-Mitglieder am Brenner protestieren – hier ein Foto vom Protest im Jahr 2009. - Foto: © oe

Angeführt wird die Demonstration vom Präsidenten Ettore Prandini und Generalsekretär Vincenzo Gesmundo. Auch aus dem Trentino und Südtirol wird eine starke Beteiligung erwartet: Tausende Landwirte reisen an, begleitet vom Regionalpräsidenten Gianluca Barbacovi, Direktor Enzo Bottos sowie dem Präsidenten von Coldiretti Bozen, Luca Rossi.

„Ein erneuter Anstieg der Kosten für Energie, Treibstoffe und Düngemittel“

Im Zentrum des Protests stehen die stark gestiegenen Produktionskosten, mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln sowie der Schutz der heimischen Landwirtschaft. „Der Agrarsektor ist bereits schwer belastet durch den Krieg im Nahen Osten und die Spannungen in der Straße von Hormus“, erklärt Barbacovi. „Nun kommt ein erneuter Anstieg der Kosten für Energie, Treibstoffe und Düngemittel hinzu.“

Zugleich kritisiert die Organisation den Import von Produkten aus dem Ausland, die als italienisch vermarktet würden, obwohl sie es nicht sind. Diese Entwicklung gefährdet die heimische Produktion gesunder und hochwertiger Lebensmittel und begünstigt die Verbreitung hochverarbeiteter Produkte.



Der Brenner wurde bewusst als Veranstaltungsort gewählt, da er als symbolischer Zugangspunkt für ausländische Waren nach Italien gilt. Die Demonstration soll sowohl das Einkommen der Landwirte schützen als auch das Recht der Verbraucher auf sichere und unverfälschte Lebensmittel verteidigen.

Ein zentrales Anliegen ist die Forderung nach vollständiger Transparenz bei der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Gleichzeitig verlangt Coldiretti eine Änderung der Zollbestimmungen: Nach dem Prinzip der „letzten wesentlichen Verarbeitung“ kann ein Produkt als italienisch gelten, auch wenn es ursprünglich aus dem Ausland stammt. Die Mobilisierung wird von der Kampagne #nofakeinitaly begleitet.

stol

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