Alexander Ploner, Jahrgang 1974, steht in seinem Lebensmittelgeschäft, dem Despar Ploner im Herzen von Lajen, zwischen dicht gefüllten Regalreihen. Rund 3.000 bis 4.000 Artikel umfasst das Sortiment: Frischwaren wie Obst, Gemüse, Milch-, Wurst- und Fleischwaren, Getränke und Drogerieartikel ebenso wie Zeitungen und Tabakwaren.
Gemeinsam mit Rosmarie Schenk führt Ploner das Geschäft in vierter Generation. 1995, im Alter von 21 Jahren, übernahm er den Betrieb von Großvater Hans. Heute beschäftigt er fünf Teilzeitmitarbeiterinnen.
Es begann alles im fernen Jahr 1903
Das Herzstück der Familiengeschichte und der Ort, an dem alles begann, liegt direkt gegenüber dem heutigen Despar: das „Maringer Ladele“. Im Jahr 1903 gründete Alexander Ploners Urgroßvater Johann Verginer, Sohn des Maringer-Hofs in St. Peter/Lajen, in Lajen einen Lebensmittelhandel. Das Sortiment war damals noch überschaubar und spiegelte die bäuerlich geprägte Lebenswelt des Bergdorfs wider. Zucker, Öl, Gewürze, Kurzwaren und Stoffe gingen über den Ladentisch. Der „Maringer“ überstand die Wirren der beiden Weltkriege. Ab 1925 führten die früh verwitwete Christine Schrott und ihre einzige Tochter, die ebenfalls Christine hieß, das Geschäft weiter – keine leichte Aufgabe in diesen schwierigen Zeiten. Dennoch galt der „Maringer“ damals als eines der schönsten Geschäfte in der Umgebung, wie Alexander Ploner aus den Erzählungen seiner Eltern Barbara und Sepp weiß.Auch mit den Veränderungen der 1950er-Jahre hielt der „Maringer“, lange Zeit der einzige Laden in Lajen, Schritt. Neue Arbeitsplätze entstanden, der Fremdenverkehr hielt Einzug. 1962 schloss sich der „Maringer“ der Handelskette Despar/Amonn an. Despar ist bis heute Hauptlieferant.
Seit 1977 führt Barbara Obwexer Ploner den „Maringer Laden“ mit viel Hingabe. Die heute 80-jährige gelernte Verkäuferin steht weiterhin an zwei Tagen in der Woche im Laden. „Der Umgang mit den Kunden ist das wichtigste“, ist sie überzeugt.
2003 wurde das Schmiedhaus gegenüber dem „Maringer“ abgerissen, an seiner Stelle entstand ein rund 200 Quadratmeter großes Lebensmittelgeschäft – das heutige „Despar Ploner“. Das „Maringer Ladele“ führt seither Schul- und Spielsachen, Kurzwaren, Souvenirs und Haushaltsartikel. 2006 wurde das „Maringer Ladele“ vom Kaufleuteverband und dem Katholischen Familienverband als eines von zehn Geschäften in ganz Südtirol als besonders familienfreundlich ausgezeichnet.
„Es ist der Kontakt mit den Leuten, mit den Familien im Dorf, der uns freut“, sagen Mutter Barbara und Sohn Alexander unisono. „Wir sind eine soziale Einrichtung“, sagt Alexander Ploner. „Ich kenne meine Kunden beim Namen. Auch Gäste kommen immer wieder zu uns. Sie schätzen das Persönliche – in der Stadt sind sie ja oft nur eine Nummer.“ Hier hat man auch mal Zeit für einen Ratscher.
Zu den Kunden zählen auch die jungen Familien. Immer öfter entscheiden sie sich für den Einkauf im Dorf. Bei den Benzinpreisen und dem vielen Verkehr auf der Straße punktet die Nahversorgung umso mehr. Und: Freundlichkeit, Service, Sauberkeit und ein guter Umgang mit den Mitarbeitern: Tugenden, die auch nach mehr als 100 Jahren nichts an Gültigkeit verloren haben.
In puncto Nahversorgung liegt die rund 2.700 Einwohner zählende Gemeinde Lajen wohl insgesamt über dem Südtiroler Durchschnitt: Allein in Lajen-Dorf gibt es neben dem „Despar Ploner“ ein weiteres Lebensmittelgeschäft sowie eine Bäckerei (beides Überbacher), die Metzgerei Ploner sowie das Obst- und Gemüsegeschäft Unterthiner.
Alexander Ploner blickt optimistisch in die Zukunft. Einer seiner Söhne, heute 20 Jahre alt, zeigt bereits Interesse daran, in den Familienbetrieb einzusteigen.


