Altersarmut
So will das Land Altersarmut vorbeugen
In Südtirol lag 2024 das Risiko von Armut betroffen zu sein bei 6,6 Prozent (Eurostat-Erhebung vom Mai 2025). Besonderes im Alter nimmt dieses Risiko zu. „Als Land können wir nur begrenzt direkt auf Faktoren wie Renten, Inflation oder Vorsorgeleistungen einwirken, da die Zuständigkeiten dafür beim Staat beziehungsweise bei der Region liegen. Dennoch ergreifen wir, wo möglich, zusätzliche Maßnahmen, um damit aktiv der Altersarmut vorzubeugen“, betont Soziallandesrätin Rosmarie Pamer.
Sie hat das ganze Leben gearbeitet...und kommt doch nur knapp über die Runden
Arm im Alter sein – das ist vor allem Frauensache. Trotz jahrzehntelanger Arbeit müssen gerade Renterinnen mit wenig Geld über die Runden kommen. Eine von ihnen ist Rosa (Name von der Redaktion geändert) aus dem Eisacktal.
Endlich den Schandfleck der Altersarmut tilgen!
Das Jahr 2023 könnte in die politische Geschichte Südtirols eingehen. Die Sammelpartei der Südtiroler hat bei den Landtagswahlen den Alleinvertretungsanspruch für die deutsche und ladinische Volksgruppe verloren. Ein Leitartikel von Chefredakteur Toni Ebner.
Für eine Rente von mindestens 1000 Euro
Altersarmut ist in Südtirol weit verbreitet – die Freiheitlichen fordern nun vom Land konkrete Gegenmaßnahmen: Der Beitrag für Wohnungsnebenkosten sei so zu gestalten, „dass dadurch die staatliche Mindestrente und auch Niedrigrenten von Südtirols Rentenberechtigten über 65 Jahren auf insgesamt mindestens 1000 Euro Nettorente pro Monat aufgestockt werden“. Dafür sollte Geld aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden. Weiters solle die geringe Kaufkraft der Rentner durch eine eigene Landesinflationsanpassung aufgefangen werden.
„Mit 600 Euro Rente kurz vor dem Ruin“
Sie war selbstständig, arbeitete immer hart und ging von Hof zu Hof, um Nähmaschinen zu verkaufen und zu reparieren: Heute ist Maria Hofer (*Name erfunden) 77 Jahre alt und muss mit einer Rente von monatlich 600 Euro auskommen. Ihre Ersparnisse sind fast aufgebraucht. Das Kondominium, in dem sie wohnt, wird saniert – dafür soll sie 20.000 Euro aufbringen. „Meine Mutter hat ihr Bestes getan, um zur Wirtschaftsentwicklung des Landes beizutragen – trotzdem steht sie vor dem finanziellen Ruin“, berichtet ihr Sohn (42).
Arm im Alter: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel
Jeder fünfte ältere Südtiroler ist von Armut bedroht. Die Mindestrente von nicht einmal 600 Euro reicht nicht, um im teuren Südtirol über die Runden zu kommen. Doch viele alte Menschen schämen sich, über ihre Probleme zu sprechen. Das Thema geht alle an.
16.000 Senioren bekommen weniger als 600 Euro Rente: Hilfsaktion der Caritas
Jede fünfte ältere Person in Südtirol ist armutsgefährdet. Viele beziehen einzig und allein die Mindestpension von nicht einmal 600 Euro. „Damit kommen viele nicht über die Runden“, sagt Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer. Die Caritas führt gleich mehrere Dienste, die Betroffene finanziell unterstützen, sie betreuen und begleiten. Um diese Hilfe auch weiterhin gewährleisten zu können, bittet die Caritas die Südtiroler Bevölkerung im Rahmen ihrer Hilfsaktion „Not ist näher als du denkst“ rund um den Caritas-Sonntag um Solidarität und Spenden.
Paula Bacher: „Erste Schritte gegen Altersarmut gesetzt“
Zur heutigen Diskussion im Landtag zur Altersarmut nimmt SVP-Landtagsabgeordnete Paula Bacher Stellung: „Die Sozialdienste steuern über die Bezirksgemeinschaften wesentlich zur finanziellen Absicherung, vor allem auch der älteren bedürftigen Menschen, bei. Zusätzlich werden diese natürlich auch im 100 Millionen-Entlastungspaket berücksichtigt. Die Betroffenen müssen allerdings umfassend über die ihnen zustehenden Unterstützungen informiert und beim Ansuchen unterstützt werden.“



