Hager
Archivierungen beantragt: Was von der Maxi-Aktion Romeo wirklich übrig bleibt
Im Dezember 2024 hatte ein vermeintlicher Schlag der Trienter Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung mafiöser Natur Südtirol und das Trentino erschüttert. Ein Jahr später haben die Ermittler Bilanz gezogen.
Fall „Romeo“: Die Uhr tickt
Es ist fast so weit: Wie gestern durchsickerte, wird die Trienter Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft die Maxi-Erhebung im Fall „Romeo“ schon nächste Woche abschließen. Dann haben die Verdächtigen 20 Tage Zeit, um die Ermittler von ihrer Unschuld zu überzeugen. Gelingt das nicht, wird Anklage erhoben.
Signa: Benko erhob Einspruch gegen zweite Anklage
Der Gründer des in die Insolvenz gerutschten Immobilienunternehmens Signa, René Benko, hat Einspruch gegen die zweite gegen ihn erhobene Anklage wegen betrügerischer Krida erhoben. Dies teilte am Montag ein Sprecher des Innsbrucker Landesgerichts auf APA-Anfrage mit. Nun wird das Oberlandesgericht Innsbruck (OLG) mit dem Fall befasst. Damit war bisher nur eine Anklage - ebenfalls wegen betrügerischer Krida - gegen den Tiroler rechtskräftig und wird Mitte Oktober verhandelt.
Signa Holding verbuchte im Jahr vor Insolvenzantrag massive Verluste
Der operative Verlust der Signa Holding hat sich im Jahr vor ihrer Pleite auf rund 650 Mio. Euro belaufen. Das teilte Christof Stapf am Freitag in seinem fünften Bericht an die Gläubiger mit. Der Bericht liegt der APA vor. Damit wurde erstmals das genaue Ausmaß des Verlusts im letzten Jahr vor dem Insolvenzantrag Ende November 2023 beziffert. Einem Gutachten von Deloitte Financial zufolge trat die materielle Insolvenz bereits spätestens im November 2022 ein.
Einschränkung für Heinz Peter Hager aufgehoben
Dem Bozner Wirtschaftsberater Heinz Peter Hager war – nachdem gegen ihn im Zuge der Operation „Romeo“ ermittelt wurde – jegliche Beziehung zu bzw. Tätigkeit für die öffentliche Verwaltung untersagt worden. Jetzt darf er wieder mit öffentlichen Verwaltungen zusammenarbeiten – nur nicht mit jenen in Südtirol. Das entschied gestern das Trienter Freiheitsgericht.
Opposition will Lobby-Register für mehr Transparenz
Die Ermittlungen gegen Heinz Peter Hager haben zu Verdächtigungen geführt – auch im Landtag. Mit einem Lobby-Register, das Treffen mit Stakeholdern rückverfolgbar macht, versucht die Opposition nun, Transparenz in Entscheidungen zu bringen. SVP-Sprecher Harald Stauder spricht von einem „realitätsfernen Bürokratiemonster“.
Auch der Wiener „Falter“ berichtet: „Studie über Mikrokosmos der Macht“
Die Ermittlung der Trienter Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft sorgt auch in Österreich für Aufsehen. Die Wiener Wochenzeitung „Falter“ zeichnet in ihrer jüngsten Ausgabe anhand des Abschlussberichtes von Carabinieri und Finanzpolizei vor allem die mutmaßliche Rolle von René Benko und Heinz Peter Hager nach.



