Inklusion
Barrierefrei? Von wegen! Rollstuhlfahrer aus dem Sarntal scheitert an drei Bussen
Als ob die Behinderung den Alltag nicht schon genug beeinträchtigt, sind Betroffene bei der Mobilität erst recht eingeschränkt. Und dies, obwohl sich die Fahrer der öffentlichen Busse bemühten, den Rollstuhlfahrer an Bord zu holen. Drei Versuche blieben erfolglos – aus unterschiedlichen Gründen.
Spiel- und Sportfest in Eppan: Ein Wettkampf, bei dem jeder gewinnt
Jubelrufe hallen über die Laufbahn, als Alexander die letzten Meter ins Ziel läuft. Kurz darauf bekommt er unter Applaus seine Medaille umgehängt. Verlierer gibt es beim Spiel- und Sportfest der Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ nämlich keine.
Menschen mit Behinderung finden kaum Wohnraum: Eltern fordern Lösungen
„Wo wird unser Kind leben, wenn wir nicht mehr da sind?“ Diese Frage beschäftigt vermutlich alle Eltern – besonders jene mit einem Kind mit Behinderung. Bei einer Tagung, die der Verein Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung (AEB) organisiert hat, wurde das Thema der großen Wohnungsnot für Menschen mit Behinderung behandelt.
Nun also doch! Lösung für schwer sehbehinderten Fritz
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, heißt es so schön. Und der Fall des schwer sehbehinderten Fritz, über den wir im Februar berichtet haben, ist das beste Beispiel. Hieß es zunächst, sein Behindertentransport dürfe den Pendler aus dem Großraum Bozen nicht im Bozner Busbahnhof abholen, geht es nun doch.
Inklusive Schule: Wie guter Unterricht landesweit gelingt
Wie gelingt Unterricht, der der wachsenden Vielfalt in den Klassen gerecht wird – ohne zu überfordern, zu unterfordern oder auszugrenzen? Diese Frage stand im Zentrum eines dreijährigen Vorhabens, das Schulen verschiedener Stufen gemeinsam mit der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion erprobt haben. Die zentrale Erkenntnis, die am Montag vorgestellt wurde: Inklusion entscheidet sich nicht an Nebenschauplätzen, sondern im Kern des Unterrichts.
„Wir sind Exklusiv inklusiv“ – Irene Mur für gelebte Inklusion ausgezeichnet
Mit Schwung fällt Alex „seiner“ Schuldirektorin Irene Mur um den Hals. Schließlich gibt es Grund zum Feiern: Die Aktiven Eltern Behinderter (AEB) zeichnen die Direktorin der Mittelschule Klausen für ihren Einsatz für Inklusion aus. Eine Rede halten darf Alex zwar nicht, aber er darf die Schokolade als Dankeschön überreichen.
„Barrierefreiheit am Bahnhof Brixen muss endlich umgesetzt werden“
Wie kürzlich berichtet, stoßen Menschen mit Beeinträchtigungen auf Südtirols Schienen regelmäßig auf massive Hürden. Viele Bahnsteige sind nicht höhenangepasst, Aufzüge fehlen oder funktionieren monatelang nicht. Selbst barrierefrei umgebaute Gleise bleiben ungenutzt – wie etwa in Brixen. Und trotzdem wurde der Bahnhof Brixen 2022 mit der Auszeichnung „Bahnhof des Jahres“ ausgezeichnet. Diese paradoxe Situation sorgt nun zunehmend für Unmut – und es regt sich Widerstand.
Barrierefreie Bahnhöfe – „Ein Armutszeugnis für unser Land“
Menschen mit Beeinträchtigungen stoßen auf Südtirols Schienen regelmäßig auf massive Hürden – ein echtes Armutszeugnis für unser Land und nicht nur mit Blick auf die Olympischen Spiele 2026 ein gravierendes Problem. Betroffene fühlen sich nicht nur im Stich gelassen, sondern regelrecht verhöhnt. Auch Landtagsabgeordneter Alex Ploner (Team K) zeichnet ein düsteres Bild: „Hier wird klar gegen Gesetze verstoßen.“
„Was am Bahnhof Brixen passiert, ist absurd – aber leider bittere Realität“
Vor Kurzem machte ein Vorfall am Brenner Schlagzeilen: Obwohl ein Mann aus Brixen im Vorfeld für seine Reise ordnungsgemäß eine Assistenz angemeldet hatte, war kein Zug nach Brixen barrierefrei zugänglich. Die Feuerwehr war es schließlich, die den Mann in den Zug hievte. Für Hans Jörg Ellemund, Mitglied der Arbeitsgruppe “Menschen mit Behinderung“ der Stadt Brixen, selbst schwer gehbehindert und häufig auch mit Freunden, die im Rollstuhl sitzen, unterwegs, ist das nur ein weiteres Beispiel für die mangelhafte Barrierefreiheit an Bahnhöfen vor allem entlang der Brennerachse.
Mitarbeiter für Integration: 150 Stellen unbesetzt
„Die Qualität der inklusiven Schule ist in Gefahr“ – nicht zum ersten Mal kommt dieser Hilferuf aus den Reihen derer, die es wissen müssen: Betroffene Eltern und Mitarbeiter für Integration. Seit Jahren warnt man vor den Konsequenzen der unattraktiven Arbeitsbedingungen, ohne gehört zu werden. Die Folge: Immer weniger Mitarbeiter sind zu finden.
Zehn Jahre Inklusionsgesetz: Viel erreicht – doch zentrale Lücken bleiben
Heute vor genau zehn Jahren hat der Südtiroler Landtag das sogenannte Inklusionsgesetz verabschiedet. „Es ist in seiner Grundidee stark und mutig, aber in der Umsetzung gibt es nach wie vor große Lücken“, sagt Angelika Stampfl, Präsidentin des Vereins Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung (AEB).
Harte Vorwürfe: „Inklusion bleibt leeres Schlagwort“
Es sind harte Vorwürfe: Die Südtiroler Vertretung der Organisation „Coordinamento Nazionale Famiglie con Disabilità“ (CONFAD) hat in einer Aussendung die schulische Inklusion in Südtirol als „leeres Schlagwort“ bezeichnet. Verwundert darüber zeigt sich Bildungslandesrat Philipp Achammer. „Viele Aussagen in der Stellungnahme stimmen nicht“, sagt er.
Bozner Start-up entwickelt smarte Hilfe für Menschen mit Hörbeeinträchtigung
Menschen Gehör verschaffen – im wahrsten Sinne des Wortes: Mit viel Engagement setzen sich zwei Start-up-Gründer dafür ein, Kommunikation barrierefrei zu gestalten und den Alltag für Menschen mit Hörbeeinträchtigung deutlich zu erleichtern. Wie, das erzählen sie in der Rubrik „Start-up-Stage“.
Eine gute Nachricht für Regenbogenfamilien
Der Verfassungsgerichtshof hat den Artikel 8 des Gesetzes Nr. 40 von 2004 über die künstliche Befruchtung teilweise für verfassungswidrig erklärt. In Zukunft muss auch die gleichgeschlechtliche Partnerin einer Frau, die im Ausland die künstliche Befruchtung in Anspruch genommen hat, als Elternteil eingetragen werden. Dies im Interesse des Kindes, das einen gesicherten Status und ein Rechtsverhältnis zu beiden Elternteilen und ihren Verwandten haben müsse.
Inklusive Schule in Gefahr?
„Mit diesen Personalressourcen besteht die Gefahr, dass unser inklusives Schulmodell nicht mehr gewährleistet werden kann“, sagt Bernadette Ramoser von den Aktiven Eltern von Menschen mit Behinderung (AEB). Ihre „Mängelliste“ ist lang und reicht von nicht bedarfsgerechter Zuweisung bis hin zu nicht spezialisiertem Personal.
Eisgleiter: Grenzenloser Spaß für Rollstuhlfahrer
Seit Kurzem haben auch Menschen im Rollstuhl mit Begleitung die Möglichkeit, schöne Stunden auf dem Eislaufplatz in der Lananer Gaul zu verbringen. Ermöglicht wurde dies durch den Ankauf eines 2050 Euro teuren Eisgleiters, auf dem Rollstühle aller Größen sicher fixiert werden können. Der Ankauf wurde vom Organisationskomitee des Jahr für Jahr stattfindenden Festes der Begegnung ermöglicht. Der Erlös aus den Veranstaltungen kommt immer Menschen mit Beeinträchtigung in der Gemeinde zugute. STOL war bei der Übergabe natürlich mit dabei. Musik: Frametraxx - Walking on Air
Massiver Fortschritt oder Baustelle – Über die Inklusion in Südtirol
50 Artikel, die das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allen Lebensbereichen verfolgen – das ist die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). „Deren Umsetzung ist auch in Südtirol Pflicht“, stellte Esther Happacher, Professorin für italienisches Recht an der Uni Innsbruck, bei der gestrigen Euregio-Tagung im NOI Techpark klar.
Gesetzlich garantiert, praktisch erschwert: Invaliden in der Arbeitswelt
Menschen mit Behinderung haben das gesetzlich verbriefte Recht auf eine Chance in der Arbeitswelt. „Aber die Realität sieht häufig anders aus“, bemängelt Hansjörg Ellemund, Sprecher der Invalidengruppe Eisack- und Wipptal. „Als Praktikant werden Invaliden meist mit Lob überschüttet. Erkundigen sie sich nach einer fixen Stelle, sind sie nicht mehr für den Job geeignet.“ Laut Ellemund ein unvorstellbarer Schmerz, auf den er an Weihnachten aufmerksam machen möchte.
Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen stärken
Das Land begleitet Menschen mit Behinderungen, mit psychischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen über ein integriertes, umfassendes System vernetzter Betreuung. „Wir wollen nicht nur punktuelle Hilfe anbieten, sondern in allen Lebensbereichen unterstützend tätig sein“, sagt Landesrätin Rosmarie Pamer.
„Miteinander den Weg gestalten“
Die Sozialdienste Wipptal haben die neue Heimstätte der Arbeitsrehabilitationsdienst „Reha Wipptal“, die Wohngemeinschaft „Am Eisack“ und die „Villa Linde“ mit der Wohngemeinschaft „Christophorus“ und der Sozialpädagogischen Tagesstätte für Minderjährige „WiKids“ feierlich in Betrieb genommen.
Mehr Vielfalt und mehr Teilhabe für mehr Unternehmenserfolg
Keine Diskriminierung, gleicher Lohn für Männer und Frauen, Wertschätzung für jeden Mitarbeiter: Das sind nur einige Aspekte, die in der Mitarbeiterführung immer wichtiger werden. Auch die Politik fordert von den Unternehmen, sich stärker dafür einzusetzen – was für Betriebe neue Aufgaben aber auch neue Chancen mit sich bringt.
Bar Café „Trayah“ in Bruneck – Hier wird Arbeitsinklusion gelebt
Im Pustertal gibt es ein weiteres Projekt zur Arbeitsinklusion. Gemeint ist damit die Bar Café „Trayah“ in Bruneck, in der seit Kurzem Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen einen geschützten Arbeitsplatz haben. Am Mittwoch wurde die Struktur im Rahmen eines Umtrunks ihrer Bestimmung übergeben.



