Klima
Sind wir zu bequem für die Energiewende?
Sieben Jahre ist es her, dass tausende junge Menschen erstmals in Südtirol für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen. Die Aufbruchsstimmung von damals ist verflogen – geblieben sind hohe Energiepreise, politische Unsicherheiten und eine spürbare Ermüdung beim Thema Klimaschutz. Machen wir gerade einen Schritt zurück? Und warum ist es so schwierig umzusetzen, was doch scheinbar jeder will?
Klimaklatsche fürs Land bei Öl und Gas
Klimaklatsche für das Land: Das Verwaltungsgericht hat die Bestimmungen zum teilweisen Verbot von Öl- und Gasheizungen als unverhältnismäßig gekippt. Das Land sei zu streng. Es brauche einen schrittweisen Übergang, bei dem technische Machbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Vorgaben zu prüfen sind. Wörtlich spricht das Urteil von „Machtüberschreitung“ des Landes.
Ozeane 2025 mit Rekordwärme: Neuntes Jahr in Folge
Der Wärmeinhalt der Weltmeere bis zu einer Tiefe von 2000 Metern hat 2025 einen neuen Höchststand seit Messbeginn erreicht – das neunte Jahr in Folge. Dies geht aus einer Analyse einer internationalen Wissenschaftlergruppe hervor. Demnach hat die Wärmeenergie 2025 um 23 Billiarden Megajoule im Vergleich zu 2024 zugenommen.
ABSTIMMUNG: Wie war Ihr Jahr 2025?
Krieg, Krisen und Klimakatastrophen prägten 2025 die Schlagzeilen. Doch jenseits des Lärms geschah vieles, das Hoffnung macht: medizinische Durchbrüche, messbarer Fortschritt beim Klimaschutz und leise gesellschaftliche Erfolge. Ein Blick auf das Jahr zeigt, warum die Welt besser ist, als wir sie oft wahrnehmen. Wie war Ihr Jahr 2025?
Laute Krisen und leise Erfolge: Ein anderer Blick auf 2025
Krieg, Krisen und Klimakatastrophen prägten 2025 die Schlagzeilen. Doch jenseits des Lärms geschah vieles, das Hoffnung macht: medizinische Durchbrüche, messbarer Fortschritt beim Klimaschutz und leise gesellschaftliche Erfolge. Ein Blick auf das Jahr zeigt, warum die Welt besser ist, als wir sie oft wahrnehmen.
2025 dürfte eines der drei heißesten Jahre werden
Das Jahr 2025 ist weiterhin auf Kurs, eines der drei heißesten bisher registrierten Jahre zu werden. Aktuell liege es mit 2023 auf dem zweiten Platz hinter 2024, teilte der EU-Klimawandeldienst Copernicus in seinem Monatsbericht mit. Der abgelaufene Monat sei mit 14,02 Grad zudem der drittwärmste je gemessene November gewesen, mit besonders hohen Temperaturen etwa im Nordpolarmeer. Für Europa war es mit durchschnittlich 5,74 Grad der fünftheißeste November.
EU-Länder wollen 90 Prozent weniger Emissionen bis 2040
Zum Klimaschutz wollen die EU-Staaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Nach einem Kompromiss der Umweltminister sollen allerdings fünf Prozentpunkte davon durch Deals mit dem außereuropäischen Ausland erkauft werden können, wie die dänische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.
Hitzestress: Rekord-Korallenbleiche vor Westaustralien
Nach dem jüngsten Schockbericht zum Zustand der Korallen des Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens gibt es jetzt auch schlechte Nachrichten aus dem Westen: Infolge der bisher längsten und intensivsten Meeres-Hitzewelle sei es zur flächendeckendsten Korallenbleiche in der Region seit Beginn der Aufzeichnungen gekommen, teilte das Australische Institut für Meereswissenschaften (AIMS) mit.
Gletscherschmelze in den Alpen heuer besonders früh
Es sieht nicht gut aus für die Alpengletscher in diesem Jahr: Das legt der Gletscherschwundtag nahe. Es ist der Tag, an dem der Winterschnee geschmolzen ist und es an die Substanz der Gletscher geht. Der Tag lag in der Schweiz in diesem Jahr vergleichsweise sehr früh, wie Gletscherforscher Andreas Bauder von der ETH Zürich berichtete. Er geschah je nach Gletscher bereits Ende Juni/Anfang Juli. „Die Situation dürfte in den gesamten Alpen ähnlich sein“, sagte Bauder.
Wie die Welt ohne USA gegen den Klimakollaps ankämpfen kann
Die internationale Klimapolitik steht an einem Wendepunkt – mit den USA als unzuverlässigem Partner und wachsendem Druck auf Schwellenländer. Eine neue Studie zeigt, wie der globale Klimapakt trotzdem gelingen kann – mit Europa als strategischem Taktgeber.
„Maßnahmen gut, Klimagesetz besser“
Die Umsetzung des Klimaplans geht voran, weitere konkrete Maßnahmen wurden kürzlich bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Das sei begrüßenswert, sagt Elisabeth Ladinser, Präsidentin des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz. „Damit er aber rechtlich bindend wird, braucht es ein Klimagesetz.“ Was Umweltlandesrat Peter Brunner dazu sagt.
Deshalb muss Europa bei seinem CO2-Grenzausgleichssystem umdenken
Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise treiben die Europäische Union und das Vereinigte Königreich ihr CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) voran und preisen dieses als wegweisendes Instrument zur Verknüpfung von Handel und Klimapolitik an. Doch stoßen die ehrgeizigen Ziele des CBAM auf zunehmende Ablehnung.
„Es braucht ein Klimagesetz“
„Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen wollen, werden wir um eine Klimaschutzgesetzgebung nicht herumkommen.“ Damit schloss Prof. Esther Happacher von der Uni Innsbruck am Freitag ihren Vortrag bei der Klimaklagen-Tagung. Zwar böten die italienische Verfassung und internationales Recht viele Ansatzpunkte, um Klimaschutz einzuklagen, aber zu viele rechtliche Fragen seien noch ungeklärt.
Wasserstoff: Zwischen Fehlinvestition und Zukunftsvision
Während es längere Zeit vergleichsweise ruhig geworden war in Sachen Wasserstoff, macht er nun wieder von sich reden. So hat etwa vor Kurzem das Trentino die Errichtung von 2 Tankstellen genehmigt und auch in Südtirol wurden Ende vergangenen Jahres 2 weitere Tankstellen gutgeheißen. Setzt man damit aufs falsche Pferd oder investiert weitsichtig in eine nachhaltige Mobilität?
So viele Photovoltaikanlagen wurden in Südtirol installiert
Der Klimaplan Südtirol 2040 hat ein ehrgeiziges Ziel: Die Leistung von Photovoltaikanlagen soll um 400 Megawatt bis zum Jahr 2030 auf 700 Megawatt erhöht werden. Die Richtung scheint zu stimmen: „Der Strom aus erneuerbarer Energie steigt, weil die Nachfrage weiterhin boomt“, weiß Claudio Battiston, technischer Inspektor im Amt für Energie und Klimaschutz.
Welche Südtiroler Gletscher bleiben übrig?
Die Vereinten Nationen (UNO) haben 2025 zum „Internationalen Jahr der Erhaltung der Gletscher“ erklärt. In Südtirol schaut die Situation besorgniserregend aus: „In einigen Jahrzehnten wird von den Eispanzern nicht mehr viel übrig bleiben“, sagen die beiden Experten Georg Kaser und Roberto Dinale und erklären, was das für Folgen haben wird.
Verantwortungsvoller Bergbau: Schlüssel zur globalen Nachhaltigkeit
Angetrieben durch die Energiewende und den steigenden Goldpreis steigt die Nachfrage nach wichtigen Mineralien und Metallen in einem noch nie dagewesenen Tempo. Dieser Trend hat Bergbauaktivitäten intensiviert und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die biologische Vielfalt und gefährdete Bevölkerungsgruppen dar, insbesondere indigene Gemeinschaften.
Zwischen Frust und Fortschritt(chen): Was eine Südtirolerin bei der Weltklimakonferenz in Baku erlebt hat
Über 40.000 Menschen haben sich in den vergangenen 2 Wochen auf der UN-Klimakonferenz in Aserbaidschans Hauptstadt Baku versammelt – mittendrin die Südtiroler Umweltaktivistin Ariane Benedikter (24). „Die Konferenz ist viel mehr als nur Verhandlungen“, sagt sie und schildert im Interview ihre Eindrücke.



